Umgang mit Ressourcen

Schonend, nachhaltig, sparsam

Der Flughafen München verfolgt eine Strategie des schonenden, sparsamen und im Sinne kommender Generationen verantwortlichen Umgangs mit natürlichen Ressourcen. Von besonderer Bedeutung sind dabei das Abfall- und das Wassermanagement sowie die Aufbereitung von Enteisungsmitteln.

Abfall: hohe Wiederverwertungsquote

Die Flughafen München GmbH erfüllt lückenlos die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Dabei setzt der Flughafen bereits bei der Vermeidung von Abfällen an. Anfallende Abfall- und Wertstoffprodukte aus allen Bereichen des Flughafenbetriebs werden bereits am Entstehungsort in unterschiedlichen Trennsystemen gesammelt, zertifizierten Fachbetrieben im nahen Umkreis des Flughafens übergeben, in Sortieranlagen aufbereitet und anschließend recycelt. Der geringe Anteil von nicht verwertbarem Restabfall wird im Heizkraftwerk München Nord der energetischen Verwertung zur Produktion von Fernwärme und Strom zugeführt. Die Flughafen München GmbH optimiert fortwährend die gesamte Prozesskette sowie die Trenn- und Sortierbarkeit aller Abfall- und Wertstoffprodukte. Die verantwortungsbewusste nachhaltige Abfallwirtschaft bietet ein großes Potenzial zur Gewinnung sekundärer Rohstoffe und trägt außerdem zu Kosteneinsparungen bei.

Im Kontext der Ressourcenschonung können auch Mitarbeiter zum Beispiel Leuchtmittel an definierten Stellen am Arbeitsplatz abgeben. Ende 2016 ist eine Sammlung für gebrauchte Mobiltelefone angelaufen, mit dem Ziel, wertvolle Metalle zu recyceln. Seit 2016 verwendet die Flughafen München GmbH nur noch Recyclingpapiere mit dem »Blauen Engel«. Neue digitale Workflows, zum Beispiel bei Anträgen für Dienstreisen, sparen außerdem Papier.

Papierverbrauch

In tausend Blatt Papier

Grafik: Papierverbrauch

Die meisten Abfälle und Wertstoffe erzeugen die Beteiligungsgesellschaften und am Flughafen ansässigen Firmen sowie Airlines. Voraussetzung für eine nachhaltige Ressourcenschonung ist demzufolge ein individuell auf die jeweiligen Abfallerzeuger zugeschnittenes Entsorgungskonzept: von der Abfallentstehung (mögliche Vermeidungspotenziale) bis hin zur Verwertung und Beseitigung (Wertschöpfung durch Sortenreinheit). Regelmäßig informiert die FMG deshalb über das aktuelle Abfallwirtschaftskonzept, gibt Hilfestellungen zu umweltbewusstem Verhalten und steht bei Fragen beratend zur Seite. Damit leistet sie ihren Beitrag, die Umwelt über die Konzerngrenzen hinaus zu schonen und Entsorgungskosten bereits am Entstehungsort zu reduzieren.

Wegen der Inbetriebnahme des Satellitengebäudes sowie anderer Umbau-, Renovierungs- und Abbrucharbeiten ist die Abfallmenge im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Recyclinganteil bewegte sich auf konstant hohem Niveau.

Abfallhierarchie

Grafik: Abfallhierarchie

Entsorgungsmethode

In Tonnen

Grafik: Entsorgungsmethode

Wiederverwenden statt entsorgen

Im Jahr 2016 arbeitete die FMG mit der AfB gemeinnützige GmbH (Arbeit für Menschen mit Behinderung) zusammen. Dieses Integrationsunternehmen hat wiederaufbereitete IT-Hardware an Flughafenmitarbeiter verkauft. Das Besondere daran: Alle Arbeitsschritte in der AfB sind barrierefrei gestaltet und werden von behinderten und nicht behinderten Menschen gemeinsam verrichtet. Die Wiederverwendung gebrauchter PCs, Notebooks, Drucker oder Handys sichert also wertvolle Arbeitsplätze und schont Umwelt, Ressourcen und Klima.

Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Ziel des Wassermanagements am Münchner Flughafen ist es, den natürlichen Wasserhaushalt so wenig wie möglich zu beeinflussen und alle Einwirkungen durch Gewässerbewirtschaftung, Entwässerung sowie Trink- und Löschwasserversorgung schonend zu gestalten. Insgesamt verfolgt die FMG dabei folgende Ziele:

  • Abwasseranfall minimieren
  • Abwasserströme bereits am Entstehungsort trennen, separat behandeln und entsorgen
  • Trinkwasser möglichst nur dort verwenden, wo Trinkwasserqualität benötigt wird
  • Abflüsse von versiegelten Flächen zurückhalten, um Abflussspitzen zu vermeiden
  • Zustand des Grundwassers und der oberirdischen Gewässer nicht beeinträchtigen

2.3 %

weniger Trinkwasserverbrauch pro 1.000 Verkehrseinheiten

Der Trinkwasserverbrauch am Münchner Flughafen ist im Jahr 2016 gegenüber 2015 nahezu konstant geblieben und betrug 1.050.791 Kubikmeter im Vergleich zu 1.042.166 Kubikmeter im Vorjahr. Grund dafür ist der sparsame Umgang mit der Ressource Trinkwasser. Pro 1.000 Verkehrseinheiten (1.000 Passagiere beziehungsweise 100.000 Kilogramm Luftfracht) ist der spezifische Trinkwasserverbrauch um 2,3 Prozent leicht zurückgegangen: 23,0 Liter statt 23,6 Liter im Jahr 2015.

Im Sinne der Ressourcenschonung ist es für die FMG wichtig, möglichst sorgfältig und sparsam mit Trinkwasser umzugehen. So wird beispielsweise in den Energiezentralen seit 2010 oberflächennahes quartäres Grundwasser (Brauchwasser) anstelle von wertvollem tertiärem Grundwasser (Trinkwasser) zur Kühlung eingesetzt. Das Brauchwasser stammt aus eigens gebohrten Brunnen. Sein Einsatz erbrachte im Bereich der Energiezentrale West seit 2010 bis Ende 2016 eine Trinkwassereinsparung von circa 1.185.000 Kubikmetern. Nach demselben Prinzip versorgt seit 2015 auch die neue Energiezentrale Ost insbesondere das Terminal 2 und sein Satellitengebäude mit Klimakälte. Dort beläuft sich die Einsparung seit Inbetriebnahme bis Ende 2016 auf circa 36.000 Kubikmeter. Für die kommenden Jahre wird mit einer Einsparung in der gleichen Größenordnung wie bei der Energiezentrale West gerechnet.

Um in den nächsten Jahren weitere bis zu 50.000 Kubikmeter Trinkwasser jährlich einsparen zu können, sollen im Frühsommer 2017 drei weitere Brauchwasserbrunnen realisiert werden. Das oberflächennahe quartäre Grundwasser daraus dient besonders zur Verwendung bei folgenden Maßnahmen:

  • Bauwasser für Betonarbeiten und zur Baustellenversorgung
  • Reinigung der Bahnen mit Hochdruckgeräten
  • Einsatz von Nasskehrmaschinen
  • Kanalspülmaßnahmen
  • Bewässerung von Grünflächen, Bäumen und Sträuchern

Brauchwasser statt Trinkwasser zur Klimatisierung

Ausgefeiltes Abwasserentsorgungskonzept

Mehrere insgesamt 300 Kilometer lange Kanalsysteme sammeln das Abwasser, das in unterschiedlicher Beschaffenheit anfällt:

  • Häusliches Abwasser, zum Beispiel aus den Abfertigungsbereichen, Büros oder Personaleinrichtungen
  • Gewerbliches Abwasser aus Küchen, Kantinen und Cateringbetrieben
  • Abwasser aus der Flugzeugwäsche (kann Öl, Kerosin oder Schwermetalle enthalten)
  • Mischwasser aus dem Zentralbereich (Schmutz- und Niederschlagswasser)
  • Niederschlagswasser von den Vorfeldern, Dächern, Straßen und Parkplatzflächen
  • Enteisungsabwasser im Winterbetrieb von den Bahnen und Vorfeldern sowie anteilig von der Flugzeugenteisung

Je nach Verschmutzungsgrad wird es in flughafeneigenen Anlagen vorbehandelt, zurückgehalten, in Gewässer eingeleitet oder zur Kläranlage Eitting abgeleitet. Regelmäßige Qualitätskontrollen stellen sicher, dass von Behörden festgelegte Anforderungen erfüllt werden. Bodenfilter im Bereich der Startbahnköpfe verhindern, dass die Enteisungsmittel, die bei entsprechenden Windverhältnissen in die umliegenden Grünbereiche verfrachtet werden, ins Grundwasser gelangen und dieses belasten. Gleichzeitig dienen sie zur Rückhaltung und Reinigung des gesammelten Enteisungsabwassers. Die Qualität des Wassers wird überwacht und der gesamte organische Kohlenstoff permanent mit einer TOC-Messanlage gemessen (TOC = Total Organic Carbon). Je nach Belastung kann es künftig in ein Gewässer oder – bei strengen Wintern mit hohem Enteisungsmitteleinsatz – zur Kläranlage geleitet werden.

Abwasserentsorgungskonzept: unterschiedliche Abwasserströme,
deren Behandlung und Entsorgung

Grafik: unterschiedliche Abwasserströme, deren Behandlung und Entsorgung

Bodenfilter erfüllen Erwartungen

Regelmäßige Untersuchungen des Grundwassers an den Startbahnköpfen Nordwest und Nordost belegen, dass die Enteisung das Grundwasser dank der Bodenfilter nicht mit organischen Stoffen belastet. Ein weiterer Bodenfilter im Osten der Südbahn befindet sich derzeit im Bau, ein vierter ist im Westen der Südbahn geplant.

Kreislauf Flugzeugenteisungsmittel

Auf Flächen nahe den Startbahnköpfen befreien Enteisungsfahrzeuge die Flugzeuge vor dem Start von Eis und Schnee. Das von den Flugzeugen dabei abtropfende Enteisungsmittel gelangt über Schlitzrinnen und Kanäle in eigens dafür vorgesehene unterirdische Auffangbecken. In der flughafeneigenen Recyclinganlage wird es anschließend mechanisch/chemisch behandelt, aufkonzentriert und durch Zugabe von Zusatzstoffen wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Dieses Verfahren zur Wiederaufbereitung von Enteisungsmitteln am Flughafen München ist weltweit einmalig. Die Recyclingquote für den im Enteisungsmittel enthaltenen Wirkstoff Glykol lag in der Saison 2015/2016 bei circa 51 Prozent. Der Durchschnitt der letzten Jahre bewegte sich zwischen 41 und maximal 59 Prozent – je nach Witterung und unter Berücksichtigung des für die Umweltbilanz sinnvollen Energieeinsatzes.

Foto: Flugzeug Enteisung

Kreislauf Flugzeugenteisungsmittel