Klimaschutzstrategie

Verantwortung für Menschen und Natur

Ob Lärm-, Natur- oder Klimaschutz, Abfallwirtschaft oder Wassermanagement: Der Flughafen München weiß um seine Verantwortung und verfolgt zahlreiche Maßnahmen, um die Auswirkungen des Flugbetriebs auf die Menschen und die Natur in seinem Umfeld so gering wie möglich zu halten. Dabei stehen zwei Aspekte im Vordergrund: Das Umweltmanagement des Flughafens stellt sicher, dass gesetzliche oder behördliche Auflagen eingehalten werden. Darüber hinaus setzt der Flughafen München auf eigene Programme, um ganz bestimmte Umweltschutzziele zu erreichen.

Ambitioniertes Ziel: erster klimaneutral betriebener Flughafen Deutschlands

Um angesichts der rasanten Entwicklung der klimapolitischen Zielvorgaben seinem eigenen Anspruch gerecht werden zu können, hat der Flughafen seine Klimaziele noch einmal deutlich verschärft: Bis zum Jahr 2030 soll der Airport, was die von ihm beeinflussbaren Emissionen anbelangt, komplett klimaneutral betrieben werden – als erster deutscher Flughafen überhaupt. Dazu will der Flughafen München Konzern die ihm direkt zurechenbaren Treibhausgas-Emissionen durch eine breite Palette technischer Maßnahmen um 60 Prozent senken. Die restlichen 40 Prozent dieser Emissionen sind mit Technik nicht mehr wesentlich zu beeinflussen. Sie werden bis 2030 durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen, vorzugsweise in der Region. Dieses vom Aufsichtsrat im Dezember 2016 beschlossene Klimaziel ist noch einmal deutlich ambitionierter als das bisher verfolgte CO2-neutrale Wachstum bis 2020.

37 Prozent weniger CO2-Ausstoß pro Passagier seit 2005

Die FMG unternimmt seit 2008 ambitionierte Schritte, die den CO2 -Ausstoß von etwa 162.000 Tonnen im Jahr 2005 auf rund 150.000 Tonnen im Jahr 2016 senkten. Ohne die mehr als 200 Einzelmaßnahmen wäre der CO2-Ausstoß des Münchner Flughafens um mehr als 30.000 Tonnen CO2 pro Jahr höher, als er faktisch ist. 2016 hat allein die Flughafen München GmbH circa 460.000 Euro in Maßnahmen investiert, die zur Erhöhung der Energieeffizienz beitragen und den Treibhausgas-Ausstoß langfristig um 1.491 Tonnen reduzieren, sich aber zum Teil erst im Jahr 2017 auswirken werden.

Der europäische Flughafenverband ACI EUROPE würdigte die erfolgreiche Reduzierung von CO2-Treibhausgasemissionen der FMG 2016 zum sechsten Mal in Folge mit einem Klimaschutz-Zertifikat der Bewertungsstufe »Level 3 – Optimisation«.

Ein wichtiger Baustein der Klimaschutzstrategie sind die circa 30 Millionen Euro teuren Pre-Conditioned-Air-Anlagen (PCA-Anlagen). Diese Technik versorgt Flugzeuge auf der Parkposition mit vorklimatisierter Luft. Damit erübrigt sich der Betrieb der sogenannten Hilfsturbinen (APU) der Flugzeuge, die für erhebliche Emissionen von Lärm, CO2 und anderen Luftschadstoffen verantwortlich sind. Die PCA-Anlagen sollen zukünftig bis zu 20.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden.

Die Inbetriebnahme des Satellitengebäudes bedeutete aus Sicht der Klimaschutzstrategie zunächst ein Mehr an energiebedingten CO2-Emissionen. Zusammen mit weiteren kleinen Steigerungen aufgrund der erhöhten Passagierzahlen summierten sich diese auf rund 10.000 Tonnen CO2. Der gesamte Footprint in Scope 1 und 2 ist dennoch absolut um 46 Tonnen gesunken. Dieser bemerkenswerte Erfolg war nur möglich, weil das Ende 2015 in Betrieb gegangene neue Blockheizkraftwerk mit mehr Effizienz und Leistung als die alte Anlage über 80 Prozent des Anstiegs kompensieren konnte. Der Rest wurde durch Einsparungen im Gebäudebestand ausgeglichen.

CO2-Emissionen am Flughafen München

Scope 1, 2 und Scope 3 ohne LTO-Zyklus, APU und öffentlichen Verkehr
In Tonnen pro Jahr

Grafik: CO<sub>2</sub>-Emissionen am Flughafen München

Spezifische CO2-Emissionen pro Passagier

In Kilogramm

Grafik: Spezifische CO<sub>2</sub>-Emissionen pro Passagier

Footprint erfasst alle Emissionen

Wirksamen Klimaschutz für einen Flughafen zu betreiben, ist eine komplexe Aufgabe. Denn in die Berechnung des Treibhausgas-Ausstoßes fließen nicht nur alle Emissionen ein, die der Betrieb der Infrastruktur sowie die startenden, landenden, rollenden und abzufertigenden Flugzeuge mit sich bringen. Es zählen noch andere Quellen dazu: die An- und Abfahrt von Passagieren, Besuchern und Mitarbeitern sowie der Betrieb der am Flughafen tätigen Unternehmen wie Hotels, Läden, Restaurants, Tankstellen und Werkstätten.

Im Einzelnen sind folgende Emissionsquellen bilanziert:

  • Energiezentrale
  • Enteisungsmittel-Recyclinganlage
  • Luftseitiger/betrieblicher Kfz-Verkehr (zum Beispiel Vorfeldbusse, Gepäckfahrzeuge, Flugzeugschleppfahrzeuge), Stromversorgungsaggregate und andere Servicegeräte
  • Strom-, Fernwärme- und Erdgas-Fremdbezug
  • Strom-, Fernwärme-, Kälte-, Kraftstoff- und Erdgas-Lieferungen an externe Unternehmen
  • Flugverkehr im LTO-Zyklus
  • Hilfsturbinen
  • Triebwerksprobeläufe
  • Zubringerverkehr: landseitiger/öffentlicher Kfz-Verkehr (Beschäftigte, Passagiere, Besucher, Fracht)

Gemäß der international verwendeten Berechnungsmethode der ICAO wird einem Flughafen nur derjenige CO2-Anteil der landenden und startenden Flugzeuge zugerechnet, der bis zu einer Höhe von 3.000 Fuß (914 Meter) ausgestoßen wird. Alle Bewegungen eines Luftfahrzeugs unterhalb von 914 Metern zählen zum LTO-Zyklus (Landing-and-Take-off-Zyklus).

Als Grundlage für die zuverlässige und international vergleichbare Erfassung aller Emissionen dient der sogenannte CO2-Footprint. Er gliedert den Treibhausgas-Ausstoß, der einem Flughafen zugerechnet wird, nach dem internationalen Standard »Greenhouse Gas Protocol« in drei unterschiedliche Quellen (Scopes).

Greenhouse-Gas-Emissionen am Flughafen München

Grafik: Greenhouse-Gas-Emissionen am Flughafen München

Scope 1

Blockheizkraftwerk: Herzstück der Energieversorgung

Mit seinem Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt der Flughafen mehr als die Hälfte seines Strombedarfs mit umweltfreundlichem Erdgas. Allein die Abwärme daraus deckt fast seinen gesamten Bedarf an Heizwärme und Klimakälte ab – ohne zusätzlichen Energieeinsatz. Die restliche Heizwärme bezieht der Flughafen bei der Fernwärmeversorgung Freising. 50 Prozent der zugekauften Fernwärme wiederum – also etwa 18 Gigawattstunden (GWh) – kommen von einem Biomasse-Heizkraftwerk in Zolling. Diese aus Biomasse gewonnene Fernwärme ist regenerativ sowie klimaneutral und senkt den CO2-Ausstoß um rund 3.800 Tonnen pro Jahr. Die sechs Motoren des BHKW mit insgesamt 24 Megawatt elektrischer Leistung erzeugen 145 Millionen Kilowattstunden Strom sowie 155 Millionen Kilowattstunden Wärme. Mit dieser Wärme werden im Winter die Gebäude am Flughafen beheizt und im Sommer über Absorptionskältemaschinen klimatisiert. Gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme im Mix der Bundesrepublik Deutschland werden dabei pro Jahr fast 50.000 Tonnen CO2 eingespart – der CO2-Ausstoß einer Kleinstadt mit über 40.000 Einwohnern.

LED-Technik senkt CO2-Emissionen

2016 wurde weiter auf LED-Technik umgerüstet, zum Beispiel in den Parkhäusern P25 und P26, in der Kfz-Werkstatt und im Spediteursgebäude. Insgesamt belief sich die damit verbundene Einsparung bei der Beleuchtung auf 986 Tonnen CO2 pro Jahr. In den übrigen Bereichen waren es weitere 505 Tonnen CO2.

Nachhaltiges Bauen schöpft Einsparpotenziale aus

Da die Flughafen München GmbH dem Thema »nachhaltiges Bauen« große Bedeutung beimisst, ist sie Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Ein eigenes Kernkompetenzcenter plant und steuert alle CO2-relevanten Themen rund um nachhaltiges Bauen.

Beispielhafte Maßnahmen aus dem Jahr 2016:

  • Klimafassade Satellitengebäude
    Dank moderner Baustoffe und innovativer Technik liegt der durch das Satellitengebäude verursachte spezifische CO2-Ausstoß pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche um 40 Prozent niedriger als beim Terminal. Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz setzt unter anderem die Klimafassade: An den Längsseiten des Gebäudes mit seinen Glasfassaden wurde ein 4,5 Meter breiter, begehbarer »Klimapuffer« eingerichtet, der den klimatisierten Innenraum des Gebäudes von der Außenfassade trennt. In diesem Zwischenraum befinden sich die Rolltreppen, mit denen die Fluggäste zwischen den drei Passagierebenen wechseln können. Nach dem Prinzip einer Thermoskanne dient die Luftschicht der besseren Isolation des Gebäudes. Die Fassade selbst besteht aus einem neu entwickelten Glas: Es lässt Tageslicht durch, unterbindet dank einer speziellen Beschichtung aber ein übermäßiges Aufheizen durch Sonneneinstrahlung.
  • Gebäudetechnik
    Durch Bestandsoptimierungen hat die FMG zwischen 2005 und 2016 die CO2-Emissionen bereits um fast 19 Prozent reduziert. Insbesondere bei der Energieeffizienz in Bürogebäuden und in den Terminals gibt es noch weitere Optimierungspotenziale. Der Strombedarf in Bestandsgebäuden kann durch nutzerabhängige intelligente Regelungstechnik reduziert werden. Neubauten können im Passivhausstandard und als »Light-Tech-Gebäude« konzipiert werden, intelligente Fassadensysteme und klimatechnische Konzepte können den Nutzerkomfort steigern. Dadurch ist für Bestandsgebäude eine weitere Steigerung der Energieeffizienz um 20 bis 25 Prozent, gleichbedeutend mit einem CO2-Einspareffekt von rund 30.000 Tonnen, denkbar.
  • Neubauten
    Die weiteren bis 2020 geplanten Neubauten insbesondere in der AirSite West (zum Beispiel Bürogebäude, Airport Academy, Budget Hotel) sowie am restlichen Campus (zum Beispiel Feuerwache Nord, Kantine Vorfeld) fallen ebenfalls unter die Zielsetzung, die CO2-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu Bestandsgebäuden zu reduzieren. Dafür wurden ausgehend von voraussichtlichen CO2-Emissionen Sollwerte mit 40 Prozent niedrigerem CO2-Ausstoß definiert.

Alternative Energien auf dem Vormarsch

Im Rahmen seines Klimaschutzprogramms setzt der Münchner Flughafen alternative Treibstoffe aus regenerativen Energien im Fuhrpark ein:

  • 22 Fahrzeuge werden mit Bioethanol betrieben.
  • 31 Pkws fahren mit Biogas.
  • 32 Vorfeldbusse – und damit mehr als die Hälfte – tragen das Umweltzeichen »Blauer Engel«.
  • 14 Pkws/Kleintransporter laufen elektrisch.

Der Anteil von Elektrofahrzeugen soll massiv wachsen: Innerhalb von drei Jahren wird der Flughafen München 121 ältere mit Benzin oder Diesel angetriebene Autos durch Elektromobile ersetzen. Das entspricht mehr als 20 Prozent des bestehenden Fahrzeugpools. Die umweltfreundliche Millioneninvestition wird mit Fördermitteln des Bundesverkehrsministeriums unterstützt.

Nach Abwägung verschiedener Möglichkeiten erweist sich Biogas als Brückentechnologie für die nächsten acht bis zehn Jahre: Rund 150 Fahrzeuge könnten – eine Erdgastankstelle im nicht-öffentlichen Bereich vorausgesetzt – mit Bioerdgas betrieben werden. In Summe können beim Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen rund 11.000 Tonnen CO2 pro Jahr kompensiert werden.

Foto: BMW i3

Moderne Hybridfahrzeuge

Der Airport verfügt seit Ende 2016 über fünf neue BMW-Limousinen vom Typ 740Le iPerformance. Dank modernster Hybrid-Antriebstechnik können VipWing-Passagiere damit nicht nur komfortabel, sondern auch emissionsfrei über das Rollfeld direkt ans Flugzeug gebracht werden.

Foto: Wolkenhimmel

Scope 2

Weniger als 40 Prozent des auf dem Flughafen-Campus verbrauchten Stroms kommt von externen Netzbetreibern. Dem Airport werden dafür die Emissionen des Energiemix im deutschen Stromnetz zugerechnet. Zwar nimmt der Anteil regenerativer Energien in Deutschland seit Jahren stark zu, es steigt aber auch der Beitrag der Braun- und Steinkohle für die Stromerzeugung. Die spezifischen Emissionen des vom Flughafen München zugekauften Stroms haben sich deswegen in den Jahren 2011 bis 2015 verschlechtert. Erst im Jahr 2016 nahmen die Emissionswerte des Stroms wieder ab. Insgesamt haben sich aber die Emissionen aus dem Fremdbezug von Strom und Fernwärme seit 2005 um 22 Prozent verringert. Betrachtet man nur den Flughafen München Konzern allein, haben sie sich sogar fast halbiert. Dies liegt zum einen an den neuen, noch effizienteren Aggregaten zur Kraft-Wärme-Kopplung, zum anderen an Einsparungen im Stromverbrauch.

Scope 3

Im Bereich der von den Nutzern des Flughafens verbrauchten Energie hat die Flughafen München GmbH 2016 gemeinsam mit den Fluggesellschaften und ansässigen Firmen weitere Klimaschutzmaßnahmen entwickelt. Erheblich investiert hat der Flughafen in Pre-Conditioned-Air-Anlagen (PCA-Anlagen). Nach rund zwei Jahren Bauzeit sind sie 2016 am Terminal 1, Terminal 2 und am Satellitengebäude in Betrieb gegangen. 2016 trug diese Technik in ihren ersten Betriebsstunden bereits zu einer Einsparung von über 3.800 Tonnen CO2 bei.

Erfolgreiche Reduzierung von CO2-Emissionen

Die internationale Klimaschutzorganisation CDP hat die Flughafen München GmbH (FMG) für besonders effektive Klimaschutzleistungen gewürdigt. In der Klimawandelberichterstattung 2016 erlangte der Münchner Airport die Wertung »B« und erhielt damit den Status »Sector Leader Transportation«. Damit gehört die FMG zu den besten Unternehmen dieser Branche in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Abgeschlossene Projekte aus dem CO2-Sparprogramm und in der Energieerzeugung

Thema Maßnahme CO2-Einsparung pro Jahr
Energieerzeugung Dauerbetrieb der neuen vier BHKW-Module und der Peripherie dazu 8.185 t
Beleuchtung Umrüstung der Vorfeldbeleuchtung auf LED-Technik an Ramp3, M4 und Rollbrücken 59 t
Umrüstung der Rampengerätestation 2 auf LED-Beleuchtung 72 t
Raumlufttechnik Optimierung der Betriebszeiten der Lüftungsanlage im Zentralgebäude 44 t
Optimierung der Lüftungsanlage im Lagergebäude der DLH 14 t
Flughafentechnik Inbetriebnahme der PCA-Anlagen an den Terminals 1, 2 und Satellit, Betrieb seit September beziehungsweise Oktober 2016 3.831 t
 

Luftgüte

Emittierte Luftschadstoffe

Für die Beurteilung der Luftgüte in der Umgebung des Flughafens spielen unter anderem Stickoxide NOx, Schwefeldioxid SO2 und Feinstaub PM10 eine bedeutende Rolle. Diese Stoffe werden sowohl vom Straßenverkehr als auch vom Luftverkehr direkt emittiert. Die Emissionen des Zubringerverkehrs und des LTO-Zyklus der Flugzeuge lassen sich auf die gleiche Weise ermitteln wie die CO2-Emissionen. Der Luftverkehr stellt auch bei diesen Emissionen den größeren Anteil.

Messpunkte Luftgüte und Biomonitoring

Grafik: Messpunkte Luftgüte und Biomonitoring

Landeentgelt richtet sich nach Emissionen

Die Flughafen München GmbH erhebt emissionsorientierte Landeentgelte für den Ausstoß von Stickoxiden. Sie leistet damit einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Umweltqualität in der Umgebung des Flughafens. Triebwerkshersteller und Flugzeugbauer erhalten so einen langfristigen Anreiz, in die Entwicklung von schadstoffärmerem Fluggerät zu investieren. Die Grundlagen der triebwerksgenauen Bilanzierung der Schadstoffe (NOx) fließen wiederum in die Ermittlung des Footprints ein und verbessern damit auch die Erfassung von CO2.

Luftgüte unter ständiger Beobachtung

Der Einfluss von Emissionen auf die Luftgüte am Flughafen München wird an zwei Messstellen – eine im Westen und eine im Osten des Flughafens – kontinuierlich bestimmt. Die Luftgütemessungen erfassen die Wirkung sämtlicher Schadstoffquellen des Straßen- und Luftverkehrs und des sonstigen Flughafenbetriebs – überlagert von der Grundbelastung des Ballungsraums München und der natürlichen Hintergrundkonzentration in der Atmosphäre. Die Messung der Schadstoffe Ozon, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol, Toluol, Xylol, Staubniederschlag, Feinstaub PM10 und Feinstaub PM2,5 ergab für 2016 folgendes Ergebnis: Die geltenden gesetzlichen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurden alle eingehalten. Die Schlüsselparameter Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub wiesen im Jahr 2016 wie schon in den Vorjahren sogar überwiegend niedrige bis mittlere Werte auf.

Als erster deutscher Flughafen ermittelt der Flughafen München seit Anfang 2014 die Luftqualität zusätzlich mit einer mobilen Messstation. Sie misst die gleichen Stoffe wie die stationäre Messstelle LHY7 und dient gezielten Untersuchungen in den Umlandgemeinden. Bislang kam die mobile Station fünfmal zum Einsatz. Die Messungen 2016 fanden in der ersten Jahreshälfte in Haimhausen, im zweiten Halbjahr in Ismaning statt. Sie bestätigten die Ergebnisse der stationären Messungen und lagen ebenfalls unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Schadstoffen auf der Spur

Langlebige Schadstoffe können sich in der Umwelt anreichern und so in die Nahrungskette gelangen. Deshalb beobachtet der Flughafen München seit vielen Jahren mit verschiedenen Verfahren, inwieweit Schadstoffe in Nahrungs- und Futtermittel oder in den Boden gelangen können. Im Jahr 2016 wurden an zwölf Messpunkten auf dem Flughafengelände und im Umland Pflanztöpfe mit Welschem Weidelgras und Grünkohl zusammen mit Sammelbechern für Staubniederschlag aufgestellt. Auch das 2008 begonnene Honigmonitoring wurde fortgesetzt.

Schadstoffkonzentrationen an der Messstelle im Osten des Flughafengeländes

Jahresmittelwerte in μg/m3

Grafik: Schadstoffkonzentrationen an der Messstelle im Osten des Flughafengeländesr

Verfahren zur Schadstoffmessung

Biomonitoring

  • Pflanztöpfe mit Welschem Weidelgras und Grünkohl an 12 Messpunkten
  • Anreicherungen von Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) aus der Luft

Ergebnis

Grenz- und Richtwerte für landwirtschaftliche Futtermittel und pflanzliche Lebensmittel eingehalten 1)

Honigmonitoring

  • Proben von Honig, Pollen und Wachs an drei Standorten
  • Anreicherungen von Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK)

Ergebnis

Honig und Pollen unbedenklich für den Verzehr

Staubniederschlag

  • Genormte Staubsammlung (Bergerhoff-Verfahren) an 12 Messpunkten
  • Ablagerung (Deposition) von Staub und Staubinhaltsstoffen in den Boden und auf Oberflächen

Ergebnis

Grenz- und Richtwerte zum Schutz von Böden eingehalten 1)

 

1) 2015, Ergebnisse von 2016 lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.