Strategie

Langfristig denken – verantwortungsvoll handeln

Mit der Strategie 2025 hat der Flughafen München die Leitlinien für seine Entwicklung als zweitgrößter Verkehrsflughafen Deutschlands gelegt. Er integriert darin ökonomische, ökologische sowie gesellschaftliche Aspekte. Mit dieser Strategie will der Flughafen positive Effekte fördern und einen langfristigen Mehrwert schaffen. Zugleich ist er sich aber auch der negativen Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit bewusst und versucht, diese gezielt zu minimieren und zu kompensieren.

Die Geschäftstätigkeit des Flughafens hat erheblichen Einfluss auf viele verschiedene Bereiche und Akteure: die Wirtschaftsstandorte München, Bayern und Deutschland, die Region und ihre Einwohner, seine Mitarbeiter, aber auch die Passagiere sowie die am und um den Flughafen angesiedelten Unternehmen und andere Stakeholder-Gruppen. Übergeordnetes Ziel ist der nachhaltige Betrieb des Flughafens. Entsprechend umfassend fällt die mittel- und langfristige Strategie aus.

Strategie 2025: Zukunft schon heute planen

Fünf wesentliche Handlungsfelder prägen die Konzernstrategie 2025. Sie adressieren die zentralen Herausforderungen für den Betrieb des internationalen Drehkreuzflughafens München:

  • Luftseitige Verkehrsentwicklung
  • Landseitige Verkehrsanbindung
  • Seamless Travel (Beitrag zur Qualitätserhöhung der Reisekette)
  • Ausbau Non-Aviation
  • Off-Campus-Wachstum

Diese Handlungsfelder wurden auf Basis von Szenarienanalysen zur Zukunft des Luftverkehrs identifiziert. Relevante Faktoren wie die Entwicklung der weltweiten Mobilität und der Wirtschaft flossen in die Bewertung mit ein. Zur Umsetzung der Strategie innerhalb der Handlungsfelder dienen Initiativen und Maßnahmen, die die Weiterentwicklung des Flughafens konkretisieren. Die Erfolgsmessung innerhalb der Handlungsfelder erfolgt über definierte Kennzahlen.

Strategische Unternehmensentscheidungen werden auf Grundlage der vier konzernübergreifenden Markenwerte umgesetzt: Kompetenz, Verantwortung, Innovation und Partnerschaft.

Strategie 2025 – Überblick

Strategische Handlungsfelder

Grafik: Strategie 2025 – Überblick

Ausbauplanung

Bedarfsgerechter Ausbau und Infrastrukturplanung

Die Strategie 2025 zeigt zentrale Themen zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells auf und gibt die Ausrichtung für das zukünftige Wachstum des Flughafens München vor. Die Flughafen München GmbH (FMG) baut die Flughafeninfrastruktur bedarfsgerecht aus, vernetzt Verkehrsträger miteinander und erweitert das landseitige Verkehrsangebot – immer mit Fokus auf Qualität und die Bedürfnisse der Kunden. Negative Auswirkungen auf die Natur und das Flughafenumland werden so gering wie möglich gehalten, beispielsweise durch umfangreiche Ausgleichs- und Lärmschutzmaßnahmen.

Zukunftsweisender Ausbau des Terminals 1

Im T1, dem älteren der beiden Passagierabfertigungsgebäude, sind umfassende Baumaßnahmen im Gang. Neuerungen wie die Erweiterung des T1-Gebäudes in Höhe der heutigen Ankunftshalle B zielen darauf ab, die Attraktivität für Passagiere und Airlines im Non-Schengen-Segment deutlich zu steigern. Der Umbau erhöht zudem die Kapazität des Terminals 1, schafft neue Retail- sowie Gastronomieangebote und verbessert die Passagierabfertigungsprozesse durch zentralisierte Kontrollbereiche. Der Einsatz innovativer baulicher und technischer Systeme soll den Energiebedarf und damit auch den CO2-Ausstoß der neuen Gebäudebereiche um mindestens 40 Prozent im Vergleich zu den bestehenden Terminals senken.

Auf rund 140.000 Quadratmetern des westlichen Vorfelds soll ein neuer Flugsteig entstehen, an dem bis zu zwölf Flugzeuge andocken können – darunter zwei vom Typ Airbus A380. Die Inbetriebnahme ist für frühestens 2022 geplant.

Neuerungen im T1

  • Zusätzliche Sicherheitskontrollstelle
  • EasyPASS-System für die selbständige Ein-und Ausreise
  • Gepäckautomaten
  • Lounge

Terminal 2: Fünf-Sterne-Qualität in der Ankunftsebene

Immer mehr Passagiere und Besucher nutzen die Wartebereiche im Terminal 2. Gleichzeitig steigen die Ansprüche an das Retail-, Gastronomie- und Serviceangebot. Da eine hohe Aufenthaltsqualität Voraussetzung für Passagierkomfort ist, wird neben dem Ankunftsbereich zum Beispiel auch die sogenannte zentrale Mitte umgestaltet. Die Flächen werden so großzügiger und heller, gleichzeitig profitieren Reisende und Besucher von einer verbesserten Orientierung. Die Umbaumaßnahmen werden noch bis Ende 2017 andauern.

Neuerungen im T2

  • Überbauung von Freiflächen: Platz für den neuen Reisemarkt, zusätzliche Büroflächen in zentraler Lage sowie drei neue Retail-Einheiten und zwei Airline-Büros
  • Neues, zentral gelegenes Lokal »Sportalm«
  • Großzügige Freifläche im Ankunftsbereich mit Gastronomie

T2-Satellitengebäude: reibungsloser Start

Am 26. April 2016 wurde das Terminal 2-Satellitengebäude vier Jahre nach der Grundsteinlegung für den regulären Passagierverkehr eröffnet. Von Anfang an funktionierte die Abfertigung in dem neuen Gebäude reibungslos. Der Terminal-Satellit wurde in der Startphase bis Anfang Juli schrittweise hochgefahren, sodass in dieser Zeit noch einige Nachbesserungen – etwa bei der Beschilderung und der Wegeführung – vorgenommen werden konnten. Seit Anfang Juli wird die volle Kapazität des Satelliten ausgenutzt. Besonders beliebt bei den Passagieren ist der zentrale Marktplatz rund um den in den Bau integrierten Vorfeldtower. Die Flughafen München GmbH betreibt das Satellitengebäude – wie auch das Terminal 2 – als Joint Venture gemeinsam mit der Deutschen Lufthansa AG.

Erster Start einer A320
der Lufthansa vom Satellitengebäude nach Rom-Fiumicino

6 Millionen

Passagiere mehr im T1

Dritte Start- und Landebahn: eine Entscheidung für die Zukunft

Verkehrstrend zeigt nach oben

Der Bau der dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen ist eine zentrale Zukunftsentscheidung für München und für Bayern mit Wirkung weit über die Landesgrenzen hinaus. Nur wenn der Flughafen mit den Anforderungen seiner Kunden wachsen kann, wird er seine Position im internationalen Flugverkehr sowie seine Bedeutung als Wirtschafts- und Standortfaktor für den Freistaat Bayern mittel- und langfristig halten beziehungsweise ausbauen können. Denn die Luftverkehrsnachfrage wächst weiterhin stark, international und in München. Mit 42,3 Millionen Passagieren verzeichnete der Flughafen 2016 einen neuen Rekord, und auch die Zahl der Flugbewegungen stieg erneut auf mittlerweile 394.430 Starts und Landungen – vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Diese Entwicklung dürfte sich auch im laufenden Jahr fortsetzen. Nach den vorliegenden Anmeldungen der Airlines erwartet der Flughafen bei den Flugbewegungen für 2017 abermals ein Plus in Höhe von rund vier Prozent.

Bau einer dritten Start- und Landebahn

KA Einfluss auf Kapitalart (KA)

+ Erwarteter Umsatzzuwachs
+ Verstärkung der Wertschöpfungseffekte (IHK-Studie)
– Kosten für den Bau

+ Erhöhung der Kapazitäten
+ Verbesserung der Wettbewerbsposition
+ Stärkung der Hubfunktion

+ Erweiterung der Kompetenz zum Flughafenausbau

+ Beschäftigungssicherung
+ Entstehung weiterer Arbeitsplätze

+ Weniger Rückstau bei Start und Landung
+ Ökologische Aufwertung der Ausgleichsflächen
– Eingriffe in die Umwelt durch Baumaßnahme

+ Bedienung der Nachfrage nach mehr Mobilität mit größtmöglicher Effizienz
+ Aufwertung und langfristige Sicherung des Wirtschaftsstandorts Bayern
+ Wertsteigerung des Flughafens München, der sich in öffentlichem Eigentum befindet
– Lärmbelastung durch Zunahme des Luftverkehrs

Foto: Flughafen Halle

Dritte Bahn deckt Bedarf für die nächsten Jahrzehnte

Bereits jetzt arbeitet das mittlerweile 25 Jahre alte Zwei-Bahnen-System am Limit: Während der nachfragestarken Spitzenzeiten können Fluggesellschaften kaum mehr neue Verbindungen anbieten. Die dritte Start- und Landebahn würde die Kapazität von heute maximal 90 auf 120 planbare Flugbewegungen pro Stunde erhöhen und damit den Bedarf für die nächsten Jahrzehnte decken. Ohne die zusätzliche Bahn hingegen wäre der heutige Bestand an attraktiven Verbindungen von und nach München langfristig gefährdet. Ein derart dichtes Netz mit 257 direkten Flugzielen im Jahr 2016 und einer hohen Frequenz der Verbindungen wäre allein durch die Nachfrage des umliegenden Wirtschaftsraums München und Südbayern nicht möglich – trotz der großen ökonomischen Bedeutung und touristischen Anziehungskraft. Erst die Drehkreuzfunktion macht den Flughafen München zum Tor zur Welt. Wenn aber Fluglinien in München nicht weiter wachsen können, werden sie Flüge auf andere Airports verlagern, die über freie Kapazitäten verfügen. Im schlimmsten Fall könnte München seinen Rang als leistungsfähiges Drehkreuz im internationalen Luftverkehr verlieren – mit allen negativen Folgen für die Bevölkerung und Wirtschaft in Bayern.

Gültiges Baurecht

Der Flughafen hat daher alles getan, um den Bau der dritten Bahn umzusetzen. Durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Juli 2015 hat die Baugenehmigung (Planfeststellung) rechtsgültige Bestandskraft. Die Richter haben darin auch einige der wesentlichen Argumente für die dritte Bahn bestätigt, die in der öffentlichen Diskussion eine große Rolle spielen: den Ausbaubedarf, die Entschädigungsregelungen für die durch den Ausbau betroffenen Anwohner und die Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem Naturschutz. Die Entscheidung über den Bau liegt nun bei den drei Gesellschaftern des Flughafens – dem Freistaat Bayern, der Bundesrepublik Deutschland und der Landeshauptstadt München.

FMG fördert Ausbau regionaler Infrastruktur

Die Gesellschafter der FMG haben einen Umlandfonds mit einem Volumen von 100 Millionen Euro zur Förderung kommunaler Verkehrsprojekte eingerichtet. Die Auszahlungen sind grundsätzlich an den Baubeginn der dritten Start- und Landebahn gebunden und sollen als Ausgleich für etwaige Belastungen den Ausbau der regionalen Infrastruktur unterstützen. Gefördert werden:

  • Die Nordumfahrung Erding und die Westtangente Freising
  • Eine Straßenverbindung zwischen Berglern und Eitting im Landkreis Erding und die Westtangente Moosburg

Unabhängig vom Baubeginn der dritten Start- und Landebahn wurden bereits im Vorfeld je fünf Millionen Euro für die Nordumfahrung Erding und die Westtangente Freising zur Verfügung gestellt und auch bereits größtenteils abgerufen. Die Mittel für Freising sind bereits vollständig ausbezahlt.

Intensiver Anwohnerschutz

Bei allen Vorteilen für den Standort hat ein Flughafen als große Verkehrsinfrastruktur naturgemäß auch negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen, die in seiner unmittelbaren Nähe wohnen. Das gilt auch für die dritte Start- und Landebahn. Allerdings ist nirgendwo in Deutschland der Betrieb eines Großflughafens mit weniger Lärmbelastung für die Menschen im Umland verbunden als in München. Während in Frankfurt über 197.000 Menschen von Fluglärm über 55 dB(A) betroffen sind, sind es durch den bestehenden Flughafen München nur rund 11.300 Menschen. Die Planfeststellungsbehörde hat das Gebiet für Übernahmeansprüche für die dritte Bahn zudem über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus vergrößert. Der Flughafen kümmert sich intensiv um die direkt vom Bauvorhaben Betroffenen und sucht individuell nach Lösungen.

Umlandfonds

In Mio. €/Fondsvolumen: 100 Mio. €

Grafik: Umlandfonds

Ausgleichsflächen und Umweltschutz

Durch ein konsequent durchdachtes Ausgleichskonzept werden im Zuge des Baus die naturschutzfachlichen Kompensationsflächen rund um den Münchner Flughafen weiter wachsen. Für jeden Hektar, der für die neue Bahn benötigt wird, schafft der Flughafen rund einen Hektar Ausgleich, der naturschutzfachlich wertvoller ist als der heute im Flughafenumland dominierende intensive landwirtschaftliche Maisanbau. Schon jetzt gibt es in Bayern kein höherwertigeres Biotop für Wiesenbrüter als die mageren Flughafenwiesen. Sie bilden den zentralen Bestandteil des 2008 ausgewiesenen Europäischen Vogelschutzgebiets »Nördliches Erdinger Moos«. Ob Biodiversität, Lärmschutz, Ressourcen- oder Klimaschutz: Der Flughafen verfolgt seit seiner Inbetriebnahme ein ebenso ambitioniertes wie innovatives Programm, um die Auswirkungen des Flugbetriebs auf Mensch und Natur in seinem Umfeld so gering wie möglich zu halten.

Größtes Infrastrukturbündnis in Deutschland

Dabei wächst die Unterstützung für das Projekt: Inzwischen befürworten weit über 200 Unternehmen und Verbände öffentlich einen raschen Baubeginn. Die Bandbreite reicht von Konzernen wie Audi, Allianz, BMW, Deutsche Bahn, Infineon, Linde und Munich Re über große Mittelständler bis hin zu regionalen und lokalen Traditionsunternehmen. Daneben fordern Verbände wie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft sowie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern den Ausbau. Für die vielen großen und kleinen Global Player in Bayern ist der Flughafen München einer der wesentlichen Standortfaktoren. Er sichert ihnen den Zugang zu den Weltmärkten und stärkt damit den Wohlstand und die Zukunftschancen der ganzen Region.

Fokus auf landseitiger Verkehrsanbindung

Foto: Baustelle Neufahrner Kurve

Die Verbesserung der landseitigen Anbindung – insbesondere der Schienenanbindung – steht für den Flughafen München weiterhin im Fokus. Mit der Ende 2016 erfolgten Entscheidung für die Realisierung der zweiten Stammstrecke in München ist jetzt der Grundstein gelegt, mittelfristig die Anbindung in die Landeshauptstadt attraktiver gestalten zu können. Im Projekt »Erdinger Ringschluss« wurden die Planungen für den Flughafentunnel außerdem so weit vorangetrieben, dass im Lauf des Jahres 2017 die Freigabe durch die Gesellschafter des Flughafens erfolgen kann. 2016 erhielt die Flughafen München GmbH eine Zusage der Europäischen Kommission für Fördermittel in Höhe von 900.000 Euro, die in die Feinplanung der Bahnverbindung nach Erding fließen.

Der im Sommer 2016 vom Bundeskabinett verabschiedete »Bundesverkehrswegeplan 2030« beinhaltet eine Reihe von Straßenprojekten, die eine weitere Verbesserung der landseitigen Anbindung des Flughafens bewirken. So soll die Bundesautobahn A 92, der wichtigste Straßenzubringer für den Flughafen, achtspurig ausgebaut werden. Auch die Bundesstraße 301 wird im Bereich des Flughafens auf vier Fahrstreifen erweitert und um die Nordostumfahrung Freising, einen weiteren wichtigen Zubringer für Passagiere und Beschäftigte, ergänzt. Baubeginn war im Oktober 2016.

Strategisches Handlungsfeld: landseitige Verkehrsanbindung

Grafik: Strategisches Handlungsfeld: landseitige Verkehrsanbindung

4,6 Millionen

Passagiere nutzten 2016 die S-Bahn als Verkehrsmittel zum Flughafen