Aviation

Erfolgreiches Drehkreuz mit hervorragenden Verbindungen

Der Geschäftsbereich Aviation verantwortet das Kerngeschäft der FMG. Er stellt die Luftverkehrsinfrastruktur und -dienstleistungen für Airlines und Passagiere unter Mitwirkung von Behörden und weiteren Beteiligten zur Verfügung und vermarktet sie. Der Flughafen München ist ein Drehkreuzflughafen. Innerhalb Europas verfügt er über das dichteste Netz an kontinentalen Flügen. Dadurch kann der Münchner Airport eine Vielzahl an innereuropäischen Zielen und – in Verbindung mit den Interkontinentaldiensten – auch Umsteigeverbindungen zu Fernstrecken anbieten. Der Flughafen München zeichnet sich deshalb durch kurze Mindestumsteigezeiten (Minimal Connecting Times), eine hohe Servicequalität und effiziente Prozesse aus.

Die hervorragenden Anschlussmöglichkeiten spiegeln sich auch in der guten Platzierung im Airport Industry Connectivity Report 2016 des ACI wider. Dieser Report bewertet die Verbindungsqualität einzelner Luftverkehrsdrehkreuze. Im europäischen Vergleich erreichte der Flughafen München den sechsten Rang, weltweit erzielte er Platz 9.

Jedoch ist der Flughafen München nicht nur als Umsteigehub, sondern auch durch seine zahlreichen Direktverbindungen attraktiv. Die Entwicklung dieses Verkehrssegments war im vergangenen Jahr unter anderem geprägt durch den weiteren Ausbau des Lufthansa-Partners bmi regional.

Neue Bestmarken im dritten Quartal

In den Monaten Juli, August und September zählte der Flughafen München insgesamt 12,3 Millionen Fluggäste – mehr als je zuvor innerhalb eines Quartals.

Grafik: Neue Bestmarken im dritten Quartal

Rekordwerte bei Passagieren und Fracht, Trendwende bei Bewegungen bestätigt

2016 gab es einen neuen Passagierrekord: 42,3 Millionen Reisende nutzten den Flughafen München – im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 3,1 Prozent. Trotzdem verlor der Münchner Airport im Ranking europäischer Flughäfen zwei Plätze und liegt bei den Passagierzahlen auf Rang 9, unter anderem aufgrund von Kapazitätsengpässen, die an anderen Flughäfen so nicht auftraten.

Sehr erfreulich verlief das Geschäftsjahr 2016 im Bereich Luftfracht: 355.950 Tonnen konnten abgefertigt werden; dies entspricht einem Plus von 5,4 Prozent. Die Summe aus Luftfracht und -post (Cargo) lag in München bei 375.121 Tonnen, ein Wachstum von 5,3 Prozent. Die deutschen Verkehrsflughäfen erzielten im Vergleich der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) lediglich einen Zuwachs von 3,1 Prozent.

Bei der Entwicklung der Flugbewegungen bestätigte sich 2016 die Trendwende des Vorjahres. Mit 3,8 Prozent wuchs die Zahl der Flugbewegungen trotz negativer Einflüsse wie Streiks um mehr als 14.000 Flüge auf 394.430, sodass sich die vorhandenen Kapazitätsengpässe noch weiter verschärften. Damit liegt München deutlich über dem Wachstumstrend deutscher Verkehrsflughäfen von 1,7 Prozent.

Flughafen München: Verkehrsknoten im Herzen Europas

Die Zahl der von München aus direkt angeflogenen Ziele wuchs 2016 um zehn auf 257 Destinationen. Die Lufthansa verstärkte in Kooperation mit der britischen bmi ihr europäisches Netz. Besonders dynamisch entwickelte sich erneut der Interkontinentalverkehr. Auch hier erweiterte die Lufthansa ihr Angebot mit den neuen Zielen Denver und Teheran und zusätzlichen Frequenzen nach Los Angeles und Miami. Condor baute ihre touristischen Fernstrecken mit Flügen nach Halifax, Havanna, Windhuk, Sansibar und Mombasa weiter aus. Delta Airlines startete neu nach Detroit, Emirates erweiterte ihr Angebot um einen dritten täglichen Flug nach Dubai. Saudia fliegt seit dem Sommer 2016 zwischen München und Riad über Dschidda. Kuwait Airways führte ihre Flüge nach Kuwait im Winterflugplan fort.

Passagierstruktur im Jahr 2016

Ziele mit dem größten Passagieraufkommen

Grafik: Ziele mit dem größten Passagieraufkommen

Entwicklung des Umsteigeranteils

Seit 2006, in %

Grafik: Entwicklung des Umsteigeranteils

Erfolgsmodell Drehkreuz

An einem Drehkreuz werden Flüge effizient und ressourcenschonend gebündelt. Das ermöglicht viele Verbindungen mit einem Minimum an eingesetzten Flugzeugen.
Beispiel: Verknüpfung von zehn Flughäfen

Grafik: Erfolgsmodell Drehkreuz

Bedarfsgerechte Kapazitätsanpassung dringend nötig

Das neue Satellitengebäude erweitert seit April 2016 die Terminalkapazitäten. Vor diesem Hintergrund wird Lufthansa drei zusätzliche Kontinentalmaschinen in München positionieren. Besonders erfreulich für den Münchner Airport ist auch die künftige Stationierung von 15 Flugzeugen des neuen Typs A350. Der Umbau von Terminal 1 schreitet weiter voran, um auch hier zeitweise auftretende Engpässe zu beseitigen.

Als gravierendes Wachstumshemmnis erweist sich unverändert das Startbahnsystem. Diverse Fluggesellschaften wie zum Beispiel Air France, Emirates, Finnair, Oman Air oder Egypt Air können ihre Flüge aufgrund der Engpässe in München nur eingeschränkt an die Verkehrsknoten ihrer Hubs anbinden und berichten von zeitkritischen Anschlüssen in München. Die teils gravierenden Probleme bei der Slotkoordination für den Sommer 2017 zeigen erneut, dass das Start- und Landebahnsystem in München weitgehend ausgelastet ist und die anhaltende Nachfrage nach Slots nicht mehr angemessen bedient werden kann.

Sicherheitsstandards auf höchstem Niveau

Das Thema Sicherheit ist für Flughäfen von übergeordneter Bedeutung. Neben der Luftsicherheit (Airport Security) haben der sichere Betrieb und die Abfertigung von Luftfahrzeugen (Airport Safety) oberste Priorität. Gerade vor dem Hintergrund steigender Verkehrszahlen liegt das Augenmerk darauf, Unfällen und Gefahrensituationen mit geeigneten Prozessen und Systemen vorzubeugen.

2014 verabschiedete die EU neue Regularien für die Zertifizierung von Flughäfen. Damit verfolgt sie das Ziel, die Sicherheitsstandards zu harmonisieren und ein einheitlich hohes Sicherheitsniveau an allen europäischen Verkehrsflughäfen zu schaffen. In diesem Prozess muss der Flughafen München bis zum 31. Dezember 2017 eine auf den Forderungen der EASA (European Aviation Safety Agency) basierende Zertifizierung erlangen. Auf dem Prüfstand stehen unter anderem die flugbetriebsrelevanten Anforderungen bei Infrastruktur, Betrieb und Organisation.

Ein interdisziplinäres Projektteam bereitet seit März 2015 die Zertifizierung vor. Im November 2016 stellte der Flughafen München den formellen Zeugnisantrag bei der Regierung von Oberbayern – Luftamt Südbayern. Die Prüfung des Antrags inklusive Inspektionen und Audits wird bis zum vierten Quartal 2017 abgeschlossen sein.

Foto: Sicherheit am Flughafen

Flughafenfeuerwehr: gut ausgerüstet im Einsatz

Mit ihren zwei Wachen erreicht die Flughafenfeuerwehr jeden Punkt auf den Start- und Landebahnen innerhalb von maximal 180 Sekunden nach Auslösen eines Alarms. Die kurze Reaktionszeit entspricht den höchsten Anforderungen (Kategorie 10) der ICAO (International Civil Aviation Organization) und wird damit den hohen Sicherheitsstandards am Flughafen München gerecht. Die Flughafenfeuerwehr ist auf dem Campus nicht nur für den Brandschutz zuständig, sondern auch im Rettungsdienst tätig.

2016 organisierte die Münchner Flughafenfeuerwehr eine Führungssimulation mit verschiedenen Institutionen und Behörden, um die Zusammenarbeit im Schadensfall zu verbessern. Um für zukünftige Großeinsätze gut ausgerüstet zu sein, erhielt die Flughafenfeuerwehr 2016 einen neuen Einsatzleitwagen, der als rollende Kommunikationszentrale dient.

Verhütung von Vogelschlag durch gezieltes Biotopmanagement

Kollisionen von Luftfahrzeugen mit schwergewichtigen Vögeln oder Vogelschwärmen können eine Gefahr für die Sicherheit des Flugbetriebs darstellen. Um solche Situationen zu vermeiden, betreibt der Münchner Airport seit Jahrzehnten ein spezielles Biotopmanagement. Da jeder Mähvorgang Vögel anlockt, werden zum Beispiel die Grünflächen um die Start- und Landebahnen so wenig wie nötig bearbeitet. Außerdem nehmen speziell geschulte Mitarbeiter während der gesamten Betriebszeit die Bird-Control-Aufgaben auf dem Flughafengelände wahr, beobachten die Vogelwelt und wehren mögliche Gefahren durch Vögel ab. Eine wichtige Maßnahme zur Vermeidung von Vogelschlägen ist zudem die Verhinderung größerer Wasserflächen in der Nähe der Flugbetriebsflächen, da diese zum Beispiel schwergewichtige Enten und Gänse anziehen könnten.

Die Statistik des DAVVL (Deutscher Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr e. V.) weist für den Flughafen München seit vielen Jahren vergleichsweise niedrige Vogelschlagraten aus. In den Lufträumen Area 1 und Area 2 waren die Vogelschlagraten im Jahr 2016 im Bundesschnitt um 130 Prozent beziehungsweise um 176 Prozent höher als am Flughafen München.

Vogelschlagrate 1)

2016 Area 1 Area 2
München 1,47 0,25
Deutsche Verkehrsflughäfen Ø 3,38 0,69
1) Vogelschlagmeldungen für Luftfahrzeuge mit deutscher Kennung pro 10.000 registrierten Flugbewegungen (Quelle: DAVVL; Stand März 2017)
Area 1: Start 0–500 Fuß über Grund bzw. Landung 200–0 Fuß über Grund
Area 2: Start 501–1.500 Fuß über Grund bzw. Landung 1.000–201 Fuß über Grund

Die FMG steht zum Thema Vogelschlagverhütung mit den relevanten Partnern und Institutionen in intensivem Dialog, insbesondere mit den Airlines, der Deutschen Flugsicherung, regionalen und übergeordneten Behörden sowie dem DAVVL. Der Vogelschutz wird trotz der Sicherheitsthematik nicht außer Acht gelassen.