Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliches Umfeld

  • Starker Inlandskonsum stabilisiert Wachstum
  • Deutsche Luftfahrt wächst – bleibt aber im internationalen Vergleich zurück
  • Einzelhandel – Strukturwandel und geopolitische Spannungen
  • Gastronomie – auf Vorjahresniveau
  • Hotelgewerbe – Erholung setzt sich fort
  • Werbewirtschaft – Stimmung vorsichtig optimistisch
  • Parkraumbewirtschaftung – Verschiebungen im Modal Split
  • Immobilienvermarktung – hohe Nachfrage bei weiter sinkendem Angebot

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Für ein internationales Luftverkehrsdrehkreuz wie den Flughafen München ist neben der nationalen auch die internationale Wirtschaftsentwicklung entscheidend.

Das Wachstum der Weltwirtschaft ist 2016 erneut hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Aktuelle Hochrechnungen gehen von einer Zunahme des weltweiten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 2,3 % (Weltbank, Global Economic Prospects, Januar 2017) und 3,1 % (Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Januar 2017) aus. Diese Werte fielen um bis zu 0,6 Prozentpunkte niedriger aus als die am Jahresanfang veröffentlichten Forecasts. Die insgesamt schwache Expansion der Weltwirtschaft hat sich im zweiten Halbjahr 2016 allerdings leicht beschleunigt.

Ursache für das im Vergleich zu früheren Jahren verhaltene Wachstum ist, dass die aufstrebenden Schwellenländer die Entwicklung weniger vorantreiben als noch vor einigen Jahren. So liegen beispielsweise für China aktuelle Hochrechnungen für das Jahr 2016 bei 6,7 %, was im Vergleich zu den zweistelligen Wachstumsraten früherer Jahre einen deutlichen Rückgang bedeutet. Darüber hinaus belasten Krisenländer, wie Russland und Brasilien, mit einem Rückgang des BIP um 0,6 % beziehungsweise 3,5 % aktuell das globale Wirtschaftswachstum. In beiden Ländern zeichnete sich jedoch im zweiten Halbjahr 2016 aufgrund moderat steigender Rohstoff- und Erdölpreise eine Entschärfung der rezessiven Tendenzen ab.

In den Industrienationen setzte sich die positive Entwicklung des Vorjahres im Wesentlichen fort. So ergab sich in den USA, nach einer relativ mäßigen Entwicklung im ersten Halbjahr, im dritten Quartal eine starke Expansion der Wirtschaftsleistung (+0,8 %), die hauptsächlich durch höhere Lagerinvestitionen, Exportwachstum und einen weiterhin starken privaten Konsum bedingt war. Großbritannien blieb 2016 trotz des Brexit-Votums weiterhin auf Wachstumskurs (+2,0 %). Die befürchteten negativen Folgen stellten sich bisher nicht ein. In Japan hat die Regierung, unter anderem durch ein Anfang des Jahres aufgesetztes Konjunkturprogramm, die wirtschaftliche Entwicklung gestützt, sodass das Bruttoinlandsprodukt insgesamt um 0,9 % gesteigert werden konnte.

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit

in %

Grafik: Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit
Wachstum BIP 2015 und 2016
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Januar 2017

Die Erholung in der Eurozone setzte sich im Geschäftsjahr fort. Die aktuelle Hochrechnung des Internationalen Währungsfonds geht für 2016 von einem Wachstum von 1,7 % aus (IWF, World Economic Outlook, Januar 2017). Das Wachstum wird dabei wesentlich durch den privaten und öffentlichen Konsum getragen, während die Investitionstätigkeit zuletzt nur unwesentlich zunahm. Vom Außenhandel gingen nur geringe Wachstumsimpulse aus. Die immer noch außergewöhnlich expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank trägt weiterhin wesentlich zum Aufschwung im Euroraum bei. Die wirtschaftliche Lage in den südeuropäischen Staaten hat sich gefestigt.

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit

In %

Grafik: Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit
Wachstum BIP 2015 und 2016
Quelle: IMF, World Economic Outlook, Januar 2017

Das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland ist 2016 mit 1,7 % ähnlich stark gewachsen wie im Vorjahr. Wachstumstreiber sind dabei der private Konsum und die öffentlichen Ausgaben sowie die überdurchschnittlich hohen Bauinvestitionen. Die positive Entwicklung der Konsumausgaben und öffentlichen Ausgaben kann auf die günstige Lage am Arbeitsmarkt (Arbeitslosenquote von 6,1 %), die niedrige Inflation (0,5 %) und die starke Zuwanderung der letzten Jahre zurückgeführt werden. Zudem treibt das derzeit außerordentlich niedrige Zinsniveau den privaten Konsum und insbesondere die Bauinvestitionen an. Der private Konsum verzeichnete 2016 ähnlich wie im Vorjahr eine Steigerungsrate von rund 2 %. Bauinvestitionen und öffentliche Ausgaben legten um knapp 3 % beziehungsweise rund 4 % zu. Im Gegensatz dazu haben die Exporte mit einem Wachstum von lediglich 2,5 % nur unwesentlich zum Wirtschaftswachstum in Deutschland beigetragen.

Der Ölpreis hat nach dem starken Rückgang der letzten Jahre im Januar 2016 mit unter 30 US-Dollar je Barrel (Marke Brent) seinen Tiefpunkt erreicht und bewegte sich ab dem Frühjahr stabil um etwa 45 US-Dollar. Nach der Ankündigung der OPEC, die Ölfördermenge drosseln zu wollen, kam es im vierten Quartal 2016 zu einer Erhöhung des Erdölpreises, sodass dieser Mitte Dezember 2016 die Marke von 57 US-Dollar je Barrel erreichte.

Wirtschaftliches Umfeld Luftverkehr (Aviation)

Nach Analysen der International Air Transport Association (IATA: Air Passenger Market Analysis – Dezember 2016; Air Freight Market Analysis – Dezember 2016) wuchs der weltweite Luftverkehr nach Passagierkilometern um 6,3 %. Der wichtige Konjunkturindikator Luftfracht legte um 3,8 % (Frachttonnenkilometer) zu. Treiber sind die aufstrebenden Regionen in Asien und am Golf, aber auch Europa, das beim Passagierwachstum an dritter und bei der Frachtentwicklung sogar an erster Stelle lag.

Auch die in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) organisierten Flughäfen erzielten im Jahresdurchschnitt 2016 positive Wachstumsraten: Das Passagieraufkommen stieg um 3,3 %, die Flugbewegungen legten um 1,7 % zu und der Cargo-Umschlag (Summe aus Luftpost und Fracht) lag mit 3,5 % im Plus.

Der Flughafen München verzeichnete im Jahr 2016 eine bessere Entwicklung der Bewegungen und des Cargo-Umschlags als die anderen deutschen Verkehrsflughäfen. Die prozentuale Veränderung des Passagieraufkommens lag nur leicht unter dem deutschen Schnitt. Im Kreis der zehn größten Flughäfen Europas entwickelte sich das Passagieraufkommen in München 2016 unterdurchschnittlich. Während Amsterdam, Barcelona, Madrid und London-Gatwick wegen neuer Strecken der Low-Cost-Carrier Ryanair, easyJet, Vueling und Norwegian deutlich positive Veränderungsraten erzielten, war die Entwicklung der Schwergewichte Frankfurt und Istanbul-Atatürk rückläufig und an den größten europäischen Flughäfen London-Heathrow und Paris-Charles de Gaulle nur verhalten positiv. München verlor 2016 zwei Rangstufen und lag hinter Barcelona und London-Gatwick an neunter Stelle in Europa.

Kapazitätsengpässe, Streiks und fehlende beziehungsweise unzureichende Verkehrsrechte zwischen Staaten hemmen die Entwicklung des Flughafens München. Mit der Eröffnung des Satellitengebäudes für das Terminal 2 im April 2016 wurde eine wichtige Voraussetzung für weiteres marktgerechtes Wachstum geschaffen. Allerdings stößt das Terminal 1 deutlich an seine Grenzen. In einem ersten Schritt wurde im vergangenen Jahr die Kapazität der Sicherheitskontrollstellen in Abflug/Ankunft C vergrößert. Die weitere Ausbauplanung ist auf den Weg gebracht, die Fertigstellung ist jedoch nicht vor 2022 zu erwarten.

Stark limitierend wirkt am Standort München nach wie vor der Engpass im Bahnensystem. Der für die Vergabe der Zeitfenster für Starts und Landungen (Slots) zuständige Flughafenkoordinator bestätigt regelmäßig, dass die an den Flughafen München herangetragene Nachfrage nach Flügen nicht mehr realisiert werden kann.

Daneben wirkten sich die Unsicherheit bezüglich des immer noch nicht veröffentlichten Luftverkehrskonzepts der Bundesregierung und die wettbewerbsverzerrende Luftverkehrssteuer negativ auf die Entwicklung des Standorts Deutschland aus. Der Umstand, dass die Lufthansa Teile ihrer Tochter Eurowings in Österreich firmieren lässt, zeigt beispielhaft auf, wie der Luftverkehrsstandort Deutschland ins Hintertreffen gerät.

Wirtschaftliches Umfeld Commercial Activities

Dank der guten Konjunktur haben die deutschen Einzelhändler auch 2016 ein deutliches Umsatzplus eingefahren. Sie hatten 2,4 bis 2,6 % mehr Einnahmen in der Kasse als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt auf Basis von Daten für die ersten elf Monate schätzte. Klammert man Preissteigerungen aus, lag das Plus bei 1,8 bis 2,1 %, nach rund 2,6 % im Vorjahr.

Ausnehmend hohe Zuwächse um 5,9 % erreichte erneut der Handel mit Kosmetik. Die Umsätze der Modebranche stagnierten (-0,9 %). Der Einzelhandel mit Uhren und Schmuck verzeichnete hingegen deutliche Einbußen im Vergleich zum Vorjahr (-4,7 %).

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht den Handel auf gutem Kurs. Denn die positive Lage am Arbeitsmarkt und steigende Löhne sorgen momentan für Kauflaune.

Das deutsche Gastgewerbe schloss das Geschäftsjahr 2016 mit einem geringen Realwachstum von rund 0,9 % im Vergleich zum Vorjahr ab. Die preisbereinigten Umsatzerlöse der speisengeprägten Gastronomie stagnierten auf dem Vorjahresniveau, die getränkegeprägte Gastronomie verzeichnete einen leichten Rückgang um 1 %.

Die wirtschaftliche Erholung der Geschäftslage des deutschen Hotelgewerbes hat sich auch im Geschäftsjahr 2016 deutlich fortgesetzt. Nach einem Umsatzwachstum von 2,1 % im Vorjahr konnte 2016 ein Realwachstum von 1,8 % erzielt werden. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 2,8 % (2015: 3,4 %), die durchschnittliche Auslastung legte um 1,6 Prozentpunkte auf 61,8 % zu.

Im Vergleich zum Vorjahr steigerten die werbetreibenden Unternehmen ihre Gesamtinvestitionen. Der Marktanteil im Bereich Out of Home, dem auch die Werbung an Flughäfen zuzuordnen ist, nahm 2016 weiter zu. Akteure wie das Digital Media Institute (DMI), bei dem auch der Flughafen München Mitglied ist, widmen sich parallel dazu der Aufgabe, diese Art der Werbung für Mediaagenturen einfacher buchbar und die Wirkungsnachweise für Werbetreibende belastbarer zu machen.

Verschiebungen im Modal Split, der das Anreiseverhalten im Quellaufkommen widerspiegelt, sowie die Entwicklungen im Besucheraufkommen hatten unterschiedliche Auswirkungen auf das Geschäftsfeld Parken. Vom erhöhten Passagieraufkommen, insbesondere den darin enthaltenen Besuchern, profitierte das Mietwagengeschäft, wohingegen Verlagerungseffekte auf andere Anreisemittel, insbesondere auf die S-Bahn, zu unterproportionalen Zuwächsen führten.

Wirtschaftliches Umfeld Immobilienvermarktung (Real Estate)

Der Großraum München ist weiterhin ein attraktiver Markt für Büroimmobilien. Dem Marktbericht der Colliers International Deutschland Holding GmbH zufolge besteht weiterhin eine hohe Nachfrage nach Büroflächen in München. So konnte der Flächenumfang im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 % auf insgesamt 780.300 Quadratmeter gesteigert werden.

Ebenso positiv entwickelte sich die Leerstandsrate, die im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 3,0 % sank. Zum Geschäftsjahresende standen mit 688.200 Quadratmetern rund 185.000 Quadratmeter weniger für die kurzfristige Anmietung zur Verfügung als im Jahr zuvor.

Die Durchschnittsmiete im Stadtgebiet München ist um rund 2,0 % auf 17,70 Euro/m² gestiegen. Die Spitzenmiete legte sogar um 5,0 % auf 35,00 Euro/m² zu.

Während Mieter immer größere Schwierigkeiten haben, geeignete Flächen zu finden, und daher bei der Lage oder Ausstattung Kompromisse eingehen müssen, setzen Vermieter vielerorts höhere Mietpreise oder geringere Incentives durch. Der Branchenbericht geht von einer stabilen konjunkturellen Lage sowie einem anhaltenden Expansionskurs für Münchner Unternehmen aus. Dementsprechend wird für 2017 ein überdurchschnittlicher Wert erwartet, der die Gesamtsumme der verkauften Bürofläche von 700.000 Quadratmetern übertrifft.

Geschäftsverlauf

  • Eröffnung Satellitengebäude
  • Erwerb Acciona
  • Verkauf von Grundstücken
  • Passagierrekord und Zunahme der Flugbewegungen
  • Einzelhandel – im Angesicht großer Herausforderungen
  • Gastronomie – auf Erfolgskurs
  • Hotel – hohes Niveau erneut bestätigt
  • Parken – Nachfrage wächst mit Passagieraufkommen
  • Werbung – Anstieg durch Eröffnung Satellitengebäude
  • Real Estate – Stagnation auf hohem Niveau

Wichtige Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr

Am 26. April 2016 wurde das Satellitengebäude als Erweiterung des bestehenden Terminals 2 ohne eigene landseitige Anbindung in Betrieb genommen. Das Satellitengebäude erweitert die Abfertigungskapazität im Terminal 2 um 27 Fluggastbrücken und elf Millionen Passagiere pro Jahr und garantiert so langfristige Wachstumsmöglichkeiten. Es ist über ein automatisches Personentransportsystem an das Terminal 2 angebunden.

In Bezug auf die Expansion des Geschäfts außerhalb des Flughafen-Campus war im Geschäftsjahr 2016 der Erwerb der Acciona und der HSD ein wichtiges Ereignis. Die Acciona hält eine Abfertigungslizenz für den Flughafen Berlin-Tegel. Die HSD ist als Abfertigungsdienstleister für die Acciona tätig. Die Acciona wurde rückwirkend zum 1. Januar 2016 auf die AeroGround Berlin verschmolzen. Die AeroGround Berlin hält damit Abfertigungslizenzen für den Flughafen Berlin-Schönefeld und den Flughafen Berlin-Tegel und erbringt die Bodenabfertigungsdienste an beiden Standorten unter punktuellem Einbezug ihres Tochterunternehmens HSD.

Der Flughafen München hält zum 31. Dezember 2016 Grundstücke außerhalb des Campus, die aufgrund ihrer »unbestimmten Nutzung« mit einem Buchwert von TEUR 13.343 als »Investment Property« beziehungsweise als »Asset Held for Sale« ausgewiesen werden. Die Grundstücke wurden zum wesentlichen Teil im Hinblick auf eine dritte Start- und Landebahn oder als Tauschgrundstück für zukünftige Grundstückskäufe erworben. Im Geschäftsjahr 2016 hat der Flughafen München hiervon Grundstücke mit einem Buchwert von TEUR 1.692 veräußert. Dadurch wurde ein Gewinn in Höhe von TEUR 27.264 erzielt, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wurde.

Weitere Ereignisse, die sich wesentlich auf die Geschäftsentwicklung des Flughafens München ausgewirkt haben oder sich auswirken werden, haben im Geschäftsjahr nicht stattgefunden.

Geschäftsverlauf Aviation

Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der Flughafen München mit 42,3 Millionen Passagieren (+3,1 %) einen neuen Passagierrekord, der das weiterhin ungebrochene Nachfragewachstum in München eindrucksvoll bestätigt.

Verkehrszahlen Flughafen München

      Zu-/Abnahme
  2016 2015 Absolut Relativ
Flugbewegungen 394.430 379.911 14.519 3,8 %
Passagiere in Millionen 42,3 41,0 1,3 3,1 %
Cargo-Umschlag in Tonnen 375.121 336.162 18.755 5,3 %

Die Zahl der Flugbewegungen wuchs deutlich und überproportional um 3,8 % auf 394.430. Wichtige Treiber waren dabei die Transavia Airlines, aber auch die Lufthansa-Partner bmi regional und Swiss. Allerdings unterlagen sowohl die Flugbewegungs- als auch die Passagierzahlen im Jahr 2016 gravierenden Streikeinflüssen. Insgesamt wurden knapp 3.000 Flüge annuliert, rund 330.000 Passagiere waren vom Streik betroffen.

Flugzeugbewegungen am Flughafen München

In Tausend

Grafik: Flugzeugbewegungen am Flughafen München

Die Zahl der angebotenen Sitzplätze stieg auf 153 Sitze pro Flug. Die durchschnittliche Auslastung ging um 1,5 % leicht auf 75,1 % zurück; dies entspricht durchschnittlich 115 Passagieren pro Flug. Durch neue Low-Cost-Verbindungen stieg das Angebot deutlich. Das zusätzliche Sitzplatzangebot konnte jedoch noch nicht vollends am Markt abgesetzt werden.

Sowohl Originär- als auch Umsteigeverkehr waren wichtige Treiber der Verkehrsentwicklung. München hat inzwischen mit 27,1 Millionen Fluggästen mehr Originärpassagiere (Passagiere, die nicht umsteigen) als der Flughafen Frankfurt oder alle anderen Flughäfen im deutschsprachigen Raum. Der Umsteigeranteil von rund 36 % blieb unverändert zum Vorjahr.

Die Nachfrage nach innerdeutschen Flügen blieb stabil bei 9,6 Millionen Passagieren. Dies bedeutete ein leichtes Plus von etwa 43.000 Passagieren (+0,5 %). Die innerdeutschen Bewegungen stiegen um 2,2 % beziehungsweise rund 2.000 auf circa 89.000 Starts und Landungen. Der kontinentale Verkehr verzeichnete deutliche Zuwächse: Die Flugbewegungen stiegen auf rund 254.000, was einem Plus von 10.000 Flügen beziehungsweise 4,3 % entspricht. Auch wurde im Vergleich zum Vorjahr eine knappe Million mehr Passagiere (25,8 Millionen Passagiere) befördert. Dies entspricht einem Anstieg von 3,8 %.

Relativ am stärksten wuchs allerdings der Langstreckenverkehr. Interkontinental waren 6,8 Millionen Passagiere unterwegs, 320.000 mehr als im Vorjahr (+5,0 %). Auch die Langstreckenbewegungen erhöhten sich um 5,5 % (1.600 Flüge mehr). Insgesamt gab es 2016 am Flughafen München über 31.000 Langstreckenflüge.

Passagierentwicklung am Flughafen München

In Millionen

Grafik: Passagierentwicklung am Flughafen München

Auch 2016 war die Luftfracht, gemessen an den Zuwachsraten, das erfolgreichste Verkehrssegment. Mit einem Anstieg um 18.386 Tonnen auf 355.950 Tonnen beziehungsweise 5,4 % konnte ein neues Rekordergebnis erzielt werden.

Mit einem Anteil von über 80 % ist die auf Passagiermaschinen zugeladene Frachtmenge, die sogenannte Beiladefracht, das wichtigste Verkehrssegment. Die aufgrund von Frequenzerhöhungen und neuen Verbindungen zusätzlich angebotenen Ladekapazitäten stießen auf entsprechende Nachfrage, sodass eine Steigerung um 4,1 % beziehungsweise 10.722 Tonnen auf nun 272.441 Tonnen gegenüber dem Vorjahr erzielt werden konnte. Zusätzlich angebotene Frachtkapazitäten durch Neuaufnahmen oder Frequenzerhöhungen und höhere Ladewerte bei bestehenden Verbindungen sorgten für das höchste Nur-Fracht-Ergebnis, das je für den Flughafen München registriert wurde. Das Aufkommen in diesem Segment stieg um 11,5 % beziehungsweise 6.388 Tonnen auf 62.056 Tonnen.

Die Menge der per Flugzeug beförderten Luftpost übertraf mit 19.171 Tonnen das Vorjahresniveau um 2,0 %. Insgesamt ist der Cargo-Umschlag (Summe aus Luftfracht und Luftpost inklusive Transit) um 5,3 % auf 375.121 Tonnen gestiegen.

Luftfracht und Luftpost (inklusive Transit) am Flughafen München 1)

In Tonnen

Grafik: Luftfracht und Luftpost am Flughafen München
1) Gemäß Definition ADV

Im Vergleich mit den Verkehrsergebnissen der in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) vertretenen Flughäfen entwickelte sich München bei den Flugbewegungen und beim Cargo-Aufkommen überdurchschnittlich. Trotz des Passagierrekords lag das Passagierwachstum leicht unter dem ADV-Durchschnitt.

Verkehrszahlen 2016 im Vergleich

     
In % ADV München
Bewegungen (gesamter Verkehr) 1,7 3,8
Passagiere (gewerblicher Verkehr) 3,3 3,1
Cargo (Luftfracht und Luftpost) 3,5 5,3

Trotz erfreulicher Zuwächse büßte München im europäischen Vergleich im Ranking der verkehrsstärksten Flughäfen nach Passagieren zwei Plätze ein und lag 2016 auf Rang 9. Bei den Flugbewegungen konnte Rang 7 behauptet werden (Airports Council International, Stand: Januar 2017).

Geschäftsverlauf Commercial Activities

Der Geschäftsverlauf im Geschäftsfeld Commercial Activities war im vergangenen Geschäftsjahr unter anderem durch das im April 2016 eröffnete Satellitengebäude geprägt. Dort entstanden zusätzlich 7.000 Quadratmeter kommerziell nutzbare Flächen für Einzelhandel, Service und Gastronomie. Auf etwa 70 % der Gesamtfläche betreiben Konzerngesellschaften des Flughafens München eigene Einzelhandels- oder Gastronomiebetriebe.

Wie schon im Vorjahr konnte der Einzelhandel des Flughafens München auch 2016 nicht an die guten Zahlen vergangener Geschäftsperioden anknüpfen. Das Geschäftsjahr endete insgesamt mit stagnierenden Umsätzen. Trotz des gestiegenen Passagieraufkommens entwickelte sich der Umsatz je Fluggast unterproportional. Erhebliche Einbußen mussten im Geschäft mit den kaufkräftigen russischen und chinesischen Passagieren hingenommen werden. Die Anzahl der am Flughafen München im Russlandverkehr registrierten Passagiere lag 2016 zwar über dem Vorjahr, jedoch machten sich die Handelssanktionen beziehungsweise neue Einfuhrbeschränkungen sowie deutliche Wechselkursverluste im Konsumverhalten negativ bemerkbar. Bei leicht rückläufiger Entwicklung des chinesischen Passagieraufkommens wirkten die neuen Einfuhrbeschränkungen zusätzlich konsumdämpfend. Dementsprechend konnten die erzielten Durchschnittsbons der russischen und chinesischen Kundengruppe nicht das Vorjahresniveau erreichen.

Bedingt durch den Brexit verlor das britische Pfund deutlich an Wert, was sich unmittelbar auf die Kauflust auswirkte.

Auch das Geschäft mit Urlaubsreisenden in die Türkei stellte sich als schwierig heraus, da die Passagierzahlen aufgrund der anhaltenden Terrorgefahr deutlich zurückgingen.

Die Umsatzentwicklung des Einzelhandels am Flughafen München stellte sich im Vergleich der Terminals unterschiedlich dar. Im Terminal 2 hat sich der Umsatz, trotz der unterjährigen Eröffnung des Satellitengebäudes und der damit verbundenen Herausforderungen, im Vergleich zum Vorjahr stabil entwickelt. Anders zeigte sich das Bild im Terminal 1 mit einem Umsatz unter dem Vorjahresniveau.

Im Umfeld steigender Passagierzahlen blicken die Restaurants und Bars am Flughafen München auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. Trotz der Herausforderung, weitere sechs Gastronomie-Einheiten im neu eröffneten Satellitenterminal in Betrieb zu nehmen, konnten die Gastronomieumsätze absolut wie auch je Passagier überproportional zum Vorjahr gesteigert werden. Obgleich Terminal 1 und Terminal 2 einschließlich Satellit insgesamt ein Wachstumsplus aufwiesen, fiel der Umsatz je Passagier im Terminal 1 etwas zurück. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die Bars im Sicherheitsbereich des Terminals 1 bei hohen Peak-Frequenzen und gleichzeitiger Abfertigung von Großraumflugzeugen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Auch im zweiten Jahr nach dem Betreiberwechsel konnte das 5-Sterne-Hotel den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Des Weiteren wurde das Hotel 2016 als »Best Airport Hotel Europe« ausgezeichnet. Für das Frühjahr 2017 ist die Inbetriebnahme des Anbaus mit größerem Konferenzbereich geplant.

Vom Wachstum der Passagierzahlen im Originäraufkommen profitierte die Parkraumbewirtschaftung nur unterproportional. Trotz geringfügig zugenommener Parkvorgängen konnte der Umsatz bei geändertem Parkverhalten und weiterentwickelten Produktkategorien insgesamt erneut gesteigert werden.

Die zunehmende Erholung in der Werbebranche machte sich am Flughafen München noch nicht bemerkbar. Die Steigerung des Umsatzes ist im Wesentlichen auf die Ausweitung des Angebots im Satellitengebäude zurückzuführen.

Geschäftsverlauf Real Estate

Das Immobiliengeschäft des Flughafens München stagniert auf hohem Niveau. Im Geschäftsjahr 2016 kamen keine neuen wesentlichen erlösbringenden Objekte hinzu. Vornehmlich aufgrund der angespannten Wettbewerbssituation der Airlines waren bei den Bestandsimmobilien keine Mieterlössteigerungen über die Indexierung hinaus möglich.

Der Anstieg der Flugbewegungen wirkte sich auch im Geschäftsfeld Real Estate positiv aus. Unter anderem konnten die Durchsatzentgelte für die Nutzung der Anlagen der Flugbetriebsstoffversorgung und die Mieteinnahmen von Hangarflächen für Luftfahrzeuge gesteigert werden.

Im Zusammenhang mit der Eröffnung des Satellitengebäudes konnte 2016 die Erweiterung der Feuerwache Nord in Betrieb genommen werden.

Als eine der großen Sonderinstandhaltungsmaßnahmen am Flughafen ist die zum Jahresende fertiggestellte Komplettsanierung der Fußgänger-Glasröhre von der Verwaltung über die Autobahn und S-Bahn in Richtung Frachtbereich zu nennen. Hier galt es, in enger Abstimmung mit Bahn und Autobahndirektion nötige Sperrungen abzusprechen und zeitweise Schienenersatzverkehre einzurichten.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

  • Flughafen baut Liquiditätsreserven ab
  • Rücklagenbildung trotz Rückzahlung von Darlehen
  • Operativer Cashflow ist Grundlage der hervorragenden Liquidität
  • Eröffnung des Satellitengebäudes
  • Ergebnis nach Steuern erneut gestiegen

Vermögens- und Finanzlage

Der Anstieg der langfristigen Aktiva ist auf den Bau des Satellitengebäudes sowie der Energiezentrale Ost zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2016 reduzierten sich beim Flughafen München die Liquiditätsreserven aufgrund der Rückzahlung des Konsortialdarlehens von TEUR 212.000 auf TEUR 12.000. Die Barmittel werden bei einer Vielzahl von Banken als Termingeldanlagen und Geldmarktgeschäfte mit einer Laufzeit von unter einem Jahr gehalten. Sie sind in den kurzfristigen Aktiva enthalten.

Vom Konzernjahresüberschuss des Vorjahres (TEUR 143.333) hat die Gesellschaft TEUR 30.000 an die Gesellschafter ausgeschüttet. Der verbleibende Betrag wurde im Geschäftsjahr 2016 thesauriert.

Die Veränderungen der übrigen Passiva sind im Wesentlichen dem Finanzierungsbereich zuzuordnen. Der Rückgang der übrigen kurzfristigen Passiva ist hauptsächlich auf die Rückzahlung des Konsortialdarlehens in Höhe von TEUR 400.000 zurückzuführen. Die übrigen langfristigen Passiva erhöhten sich wegen der Aufnahme von endfälligen Schuldscheindarlehen über einen Gesamtbetrag von TEUR 200.000, die zur Refinanzierung der fälligen Konsortialdarlehen verwendet wurden.

Vermögenslage

      Zu-/Abnahme
TEUR 31.12.2016 31.12.2015 Absolut Relativ in %
Langfristige Aktiva 5.100.966 5.068.932 32.034 0,6
Kurzfristige Aktiva 1) 142.895 335.476 -192.581 -57,4
davon Finanzmittelfonds 6.034 5.323 711 13,4
Aktiva 5.243.861 5.404.408 -160.547 -3,0
Eigenkapital 1.942.907 1.813.009 129.898 7,2
Übrige langfristige Passiva 2) 2.444.537 2.309.976 134.561 5,8
Übrige kurzfristige Passiva 856.417 1.281.423 -425.006 -33,2
Passiva 5.243.861 5.404.408 -160.547 -3,0
1) Einschließlich Vermögenswerten mit Veräußerungsabsicht
2) Einschließlich Finanzschulden aus Personengesellschaften

Kapitalstruktur

Die Eigenkapitalquote hat sich vor allem aufgrund der Thesaurierung des Vorjahresergebnisses und des Rückgangs der Darlehen sowie der gezogenen Kreditlinien verbessert.

Kapitalstruktur

      Zu-/Abnahme
TEUR 31.12.2016 31.12.2015 Absolut Relativ in %
Gezeichnetes Kapital 306.776 306.776 0 0,0
Rücklagen 150.993 127.546 23.447 18,4
Übriges Eigenkapital 1.485.125 1.383.556 101.569 7,3
davon Jahresüberschuss 146.736 145.690 1.046 0,7
Minderheiten 13 -4.869 4.882 >-100,0
davon Jahresüberschuss 4.895 -2.357 7.252 >-100,0
Eigenkapital 1.942.907 1.813.009 129.898 7,2
         
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften 293.561 277.088 16.473 5,9
         
Gesellschafterdarlehen 491.913 491.913 0 0,0
         
Darlehen mit fester Zinsbindung 704.843 604.822 100.021 16,5
Darlehen mit variabler Zinsbindung 847.300 1.290.879 -443.579 -34,4
Darlehen 1.552.143 1.895.701 -343.558 -18,1
         
Derivate 70.293 84.194 -13.901 -16,5
         
Sonstige Schulden 893.044 842.503 50.541 6,0
         
Fremdkapital 3.300.954 3.591.399 -290.445 -8,1
         
Eigenkapitalquote 37 % 34 % - -

Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten des Flughafens München können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden:

Konditionen langfristiger Darlehen

        Zinssatz in %
Finanzierungsart Währung Zinsbindung Restschuld TEUR von bis
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften EUR ergebnisabhängig 293.561 - -
Gesellschafterdarlehen EUR variabel/ergebnisabhängig 127.546 Basiszins zzgl. Marge
Darlehen EUR variabel 1.383.556 3M-EURIBOR zzgl. Marge
Darlehen EUR fest 145.690 0,48 4,05
(Stand 31. Dezember 2016)

Die Gesellschafterdarlehen stehen unbefristet zur Verfügung und werden anhand des Basiszinssatzes zuzüglich einer Marge verzinst, sofern das Jahresergebnis und die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung dies zulassen.

Die Darlehen sind mit üblichen nicht-finanziellen Covenants, unter anderem Negativverpflichtungen und Gleichrangigkeitserklärungen, ausgestattet. Darüber hinaus bestehen weitere allgemein übliche Vereinbarungen zur Zinsanpassung und Rückzahlung bei Veränderungen in der Gesellschafterstruktur. Finanzielle Covenants wurden nicht vereinbart.

Risiken aus Zins- und Wechselkursschwankungen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mittels Zinspayerswaps und Devisentermingeschäften. Die Zinssicherungen werden als Bewertungseinheit bilanziert.

Konditionen der Sicherungsgeschäfte

    Währung Fixzins in % Terminkurs in EUR/USD Grundgeschäfte
Sicherungsgeschäfte Nominal   von bis von bis  
Zinspayerswaps 754.000 TEUR 0,28 2,92 - - Konsortialkredite
Devisentermingeschäfte 1) 8.147 TEUR - - 1,10 1,12 Erwartete Transaktionen
1) Diese Sicherungsbeziehungen werden nicht bilanziert.
(Stand 31. Dezember 2016)

Liquidität

Kapitalflussrechnung

In TEUR

Grafik: Kapitalflussrechnung

Aus dem Zahlungsmittelfluss aus der betrieblichen Tätigkeit standen im Geschäftsjahr 2016 ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, um die Liquidität des Konzerns im operativen Geschäftsbetrieb sicherzustellen. Zahlungsmittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit ergaben sich aus dem Erwerb und der Herstellung von Sachanlagen. Aufgrund von Ausschüttungen an die Gesellschafter, Darlehenstilgungen und Zinszahlungen ergab sich ein negativer Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit.

Investitionen

2016 war vor allem durch die Eröffnung des Satellitengebäudes geprägt. Die Investitionen wurden durch mittel- und langfristig fällige Bankdarlehen finanziert, die zum 31. Dezember 2016 mit TEUR 640.000 valutiert sind. Im Geschäftsjahr 2016 wurden für in Rechnung gestellte Leistungen, Abschlagszahlungen und ausstehende Abrechnungen beziehungsweise Nachträge TEUR 146.377 investiert.

Am 1. Mai 2016 wurde die Energiezentrale Ost in Betrieb genommen. Sie ist mit TEUR 31.491 dem Sachanlagevermögen zugegangen.

Weitere wesentliche Investitionen betreffen den bereits im Vorjahr begonnenen Ausbau des 5-Sterne-Hotels im Zentralbereich des Flughafens. Das Hotel wird um ein Konferenzzentrum und 162 Zimmer erweitert. Der neue Ostflügel entsteht auf sieben Geschossebenen bei einer Gesamtfläche von über 8.800 Quadratmetern. Verbindungsgänge schließen den Neubau an das bestehende Hotel an. Insgesamt wird der Flughafen München etwa TEUR 43.200 in den Neubau investieren. Im Geschäftsjahr 2016 sind dafür TEUR 14.946 auf Anlagen in Bau aktiviert worden. Die Ausgaben deckt der Flughafen München aus eigenen Mitteln. Die Eröffnung ist für 2017 geplant.

Daneben wurde eine Vielzahl laufender Investitionsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2016 aufgenommen und fortgeführt. Hierzu zählen Investitionen in den Umbau und die Erneuerung des Terminals 1, die Planung von Baumaßnahmen an Parkhäusern und zahlreiche Ersatzbeschaffungen im Bereich IT und Technik.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2016 hat sich das EAT des Flughafens München um TEUR 8.298 auf TEUR 151.631 erhöht. Nachfolgend werden die Ursachen für diesen Anstieg im Einzelnen erläutert.

Ertragslage

      Zu-/Abnahme
TEUR 2016 2015 Absolut Relativ in %
Umsatzerlöse Aviation 719.742 648.235 71.507 11,0
Umsatzerlöse Non-Aviation 644.380 601.071 43.309 7,2
Gesamtumsatzerlöse 1.364.122 1.249.306 114.816 9,2
Sonstige Erträge 66.573 60.261 6.312 10,5
Gesamtleistung 1.430.695 1.309.567 121.128 9,2
Materialaufwand -352.085 -326.599 -25.486 7,8
Personalaufwand -452.515 -400.342 -52.173 13,0
Sonstige Aufwendungen -97.092 -88.393 -8.699 9,8
EBITDA 529.003 494.233 34.770 7,0
Abschreibungen -239.071 -214.278 -24.793 11,6
EBIT 289.932 279.955 9.977 3,6
Finanzergebnis 1) -80.059 -81.533 1.474 -1,8
EBT 209.873 198.422 11.451 5,8
Ertragsteuern -58.242 -55.089 -3.153 5,7
EAT 151.631 143.333 8.298 5,8
1) Hierin ist auch das Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen enthalten.

2016 steigerte der Flughafen München seinen Umsatz um 9,2 % auf TEUR 1.364.122. Das größte anteilige Umsatzwachstum fiel mit 62,3 % beziehungsweise TEUR 71.507 im Geschäftsfeld Aviation (inklusive Bodenverkehr) an. Das Geschäftsfeld Commercial Activities trug TEUR 34.592 (+30,1 %) und das Geschäftsfeld Real Estate TEUR 8.230 (+7,2 %) zum Umsatzwachstum bei.

Die Zunahme der Aviation-Umsätze ist das Ergebnis einer positiven Verkehrsentwicklung im Geschäftsjahr 2016 sowie einer Erhöhung der Entgelte gemäß Entgeltrahmenvereinbarung zum 1. Januar 2016. Im Vergleich zum Wachstum des MTOM und der Passagierzahlen stiegen die Umsätze aus Lande- und Passagierentgelten überproportional.

Umsatz- und Mengenwachstum bei Passagier- und Bewegungsentgelten

In %

Grafik: Umsatz- und Mengenwachstum bei Passagier- und Bewegungsentgelten

Aufgrund höherer Verkehre, neuer Kunden und einer gestiegenen Beauftragung bei Bestandskunden konnten die Umsätze im Bodenverkehr sowie in der Passagier- und Frachtabfertigung deutlich zulegen. Die Umsatzerlöse im Bodenverkehr sind vor allem durch den Erwerb der Acciona geprägt. Sie enthalten erstmals im Geschäftsjahr 2016 Erlöse aus der Bodenabfertigung am Flughafen Berlin-Tegel in Höhe von TEUR 16.226.

Die Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Commercial Activities sind über alle Tätigkeitsfelder hinweg gestiegen. Wesentliche Wachstumstreiber für die Umsatzerlöse im Non-Aviation-Bereich waren die Gastronomie (+37,8 %), Werbung und Medien (+29,2 %) sowie die Parkentgelte und Konzessionseinnahmen mit Mietwagenanbietern (+10,5 %).

Umsatz (Commercial Activities)

In TEUR

Grafik: Umsatz (Commercial Activities)

Bedingt durch die Neueröffnung des Satellitengebäu-des sind die Mieterlöse im Geschäftsjahr 2016 leicht gestiegen. Wegen des Verkehrswachstums konnten auch die Einnahmen aus Durchleitungsentgelten für die Flugkraftstoffbetankung gegenüber dem Vorjahr leicht zulegen. Insgesamt sind die Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Real Estate um TEUR 8.230 beziehungsweise 7 % auf TEUR 126.528 gestiegen.

Nach 24 Jahren Betriebszeit nimmt der Sanierungsbedarf der Bauten aus der ersten Ausbaustufe des Flughafens München stetig zu. Der Materialaufwand stieg insgesamt auf TEUR 352.085. Ein weiterer Kostentreiber im Geschäftsjahr war der anlaufende Betrieb des Satellitengebäudes.

Im Geschäftsjahr 2016 hat der Flughafen München 739 Mitarbeiterkapazitäten aufgebaut. Der Aufbau erfolgte vor allem bei der Flughafen München GmbH und deren Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Satellitengebäudes. Das Entgelt im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) wurde mit Wirkung ab März 2016 um 2,4 % erhöht. Der Personalaufwand ist auf TEUR 452.515 gestiegen.

Mit dem Erwerb des MAC-Gebäudes durch die FMG wurde der Leasingvertrag zwischen der MAC KG und der MAC GmbH zum 31. Oktober 2016 beendet. Darüber hinaus endete der zwischen der FMG und der MAC GmbH geschlossene Geschäftsbesorgungsvertrag zur Verwaltung und Vermietung der Büro- und Gewerbeflächen des MAC-Gebäudes. Infolge der Beendigung dieser Verträge wurde die Gesellschaft zeitgleich entkonsolidiert. Daraus ist ein Entkonsolidierungsverlust in Höhe von TEUR 2.373 entstanden. Zudem sind im Geschäftsjahr höhere Aufwendungen für Prüfungs-, Beratungs- und Projektleistungen (+ TEUR 3.386) angefallen. Insgesamt sind die sonstigen Aufwendungen um TEUR 8.699 auf TEUR 97.092 gestiegen.

Die Abschreibungen sind im Wesentlichen bedingt durch die Inbetriebnahme des Satellitengebäudes um TEUR 24.793 auf TEUR 239.071 gestiegen.

Das Finanzergebnis hat sich um TEUR 1.474 auf TEUR -80.059 reduziert. Die Verbesserung des Finanzergebnisses ist hauptsächlich auf zahlungsunwirksame Effekte aus der Neubewertung von Finanzinstrumenten sowie aus der Ablöse des Konsortialdarlehens in Höhe von TEUR 400.000 zurückzuführen.

Der Steueraufwand ist wegen des höheren Ergebnisses vor Steuern angestiegen. Darin enthalten sind mit TEUR 77.163 (Vorjahr: TEUR 75.233) laufende Ertragsteuern und mit TEUR 18.921 (Vorjahr: TEUR 20.144) latente Steuererträge. Die Steuerquote lag im Geschäftsjahr 2016 unverändert bei 27,8 %.

Zielerreichung und Gesamtaussage

Im Vergleich zum Vorjahr und zur prognostizierten Entwicklung haben sich diese Leistungsindikatoren wie folgt entwickelt:

Prognose-Ist-Vergleich

  2015 2016 2016  
  Ist Prognose Ist  
      von bis    
      % %    
EBT in TEUR 198.422 Rückgang -6,0 -4,0 209.873 übertroffen
CO2-Einsparungen in Tonnen 1.226 Anstieg 380,0 390,0 5.324 übertroffen
ASQ Overall Index 4,07 Anstieg 0,8 1,5 4,11 erreicht
Mitarbeiterbindungsindex 1) 73 unverändert     73  
1) Der Mitarbeiterbindungsindex bezieht sich auf die FMG, da so über alle durchgeführten Befragungen die beste Vergleichbarkeit der Ergebnisse ermöglicht wird. Der angegebene Wert resultiert aus der letzten Erhebung 2013. Der Wert wird 2017 wieder erhoben.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

Mit TEUR 11.451 ist das EBT des Flughafens München um 5,8 % und damit deutlich stärker als angenommen gestiegen. Ursache hierfür sind außerordentlich hohe Gewinne aus der Veräußerung von Grundstücken außerhalb des Flughafen-Campus.

CO2-Einsparungen

2016 konnte der Flughafen München umfassende Einsparmaßnahmen im Energieverbrauch umsetzen und die PCA-Anlagen am Terminal 1 und 2 sowie am Satellitengebäude in Betrieb nehmen. Das gesetzte Ziel war die Umsetzung von Maßnahmen, die insgesamt 4.660 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen können. Dieses Ziel wurde übertroffen, indem Maßnahmen für insgesamt 5.324 Tonnen CO2-Einsparungen umgesetzt wurden.

Airport Service Quality (ASQ) Overall Index

Im Geschäftsjahr 2016 konnte der Flughafen München dank einer Vielzahl von Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung, vor allem durch die Qualitätssteigerungen, die sich aus der Eröffnung des Satellitengebäudes für das Terminal 2 ergaben, den im Vorjahr erreichten ASQ-Wert um 0,99 % übertreffen. Somit wurde die prognostizierte Steigerung für 2016 erreicht.

Mitarbeiterbindung

Der Mitarbeiterbindungsindex wird alle drei Jahre im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung erhoben. Die letzte Vollerhebung dieser Kennzahl fand 2013 statt. Um Überschneidungen mit anderen Themen und eine Überreizung der Mitarbeiter mit größeren Umfragen zu vermeiden, hat der Flughafen München entschieden, die für 2016 anstehende Mitarbeiterbefragung um ein Jahr auf 2017 zu verschieben.

2016 beschäftigte sich der Konzern nochmals mit den Ergebnissen des Ende 2014 durchgeführten Quick Checks zum Folgeprozess der Mitarbeiterbefragung 2013. Der Quick Check zeigte ein uneinheitliches Bild. Viele Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit waren bereits verwirklicht oder befanden sich in Umsetzung. In einigen Handlungsfeldern konnte der Konzern dagegen noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse vorweisen. Die verantwortlichen Führungskräfte wurden in diesen Fällen dazu angehalten, erneut in den Folgeprozess einzusteigen und bereits definierte Maßnahmen zu schärfen oder neue Verbesserungsaktionen anzustoßen.