Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns  GRI 102-45

Grundlagen

Die Flughafen München GmbH (im Folgenden FMG) hat ihren Sitz in München. Als Muttergesellschaft des Flughafen München Konzerns (im Folgenden Flughafen München) betreibt sie den Verkehrsflughafen München.

Der Flughafen München ist in den Geschäftsfeldern Aviation, Commercial Activities und Real Estate tätig. Das Leistungsportfolio des Konzerns deckt nahezu alle am Flughafen-Campus verfügbaren Leistungen ab – vom Flugbetrieb über die Passagier- und Frachtabfertigung bis zum Einzelhandel, zum Hotelgewerbe und zur Gastronomie. Dieses integrierte Geschäftsmodell und seine Wertschöpfungstiefe heben den Flughafen München vom europäischen Wettbewerb ab.

Der Flughafen München bekennt sich zu einer nachhaltigen Unternehmenspolitik. Die Orientierung an ökonomischen, ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Zielen sichert die gesellschaftliche Akzeptanz des Flughafens und damit die Entwicklungsfähigkeit seines Geschäftsmodells.

Grundzüge der Leitung und Kontrolle

Eigentümer der FMG sind der Freistaat Bayern mit 51,0 %, die Bundesrepublik Deutschland mit 26,0 % und die Landeshauptstadt München mit 23,0 %.

Oberstes Kontroll- und Entscheidungsgremium ist die Gesellschafterversammlung. Sie trifft einstimmige Entscheidungen über die geschäftlichen Grundlagen des Konzerns, wie den Flughafenausbau, die Aufnahme langfristiger Darlehen und den Einsatz von Finanzinstrumenten zu Sicherungszwecken. Für alle übrigen Entscheidungen genügt die einfache Mehrheit.

Governance-Struktur

Grafik: Governance-Struktur

Aufsichtsrat

Die FMG verfügt über einen Aufsichtsrat nach §§ 1 Abs. 1, 6 MitbestG. Der Aufsichtsrat übt Kontroll- und Mitbestimmungsrechte aus. Er bestellt die Mitglieder der Geschäftsführung und legt deren Vergütung fest. Auch Geschäfte, die bestimmte Wertgrenzen und Laufzeiten überschreiten, bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat werden für eine Amtszeit von fünf Jahren von der Konzernbelegschaft gewählt. Die Gesellschaftervertreter im Aufsichtsrat werden von der Gesellschafterversammlung gewählt. Deren Amtszeit endet mit der Gesellschafterversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach Amtszeitbeginn beschließt.

Der Aufsichtsrat hat einen Vorschlagsausschuss, einen Arbeitsausschuss und einen Personalausschuss bestellt. Vorschlags-, Arbeits- und Personalausschuss wurden mit den folgenden Aufgaben betraut:

Ausschüsse im Aufsichtsrat

   
Vorschlagsausschuss
  • Vorschlagsrecht für die Bestellung eines Mitglieds der Geschäftsführung für den Fall, dass die Abstimmung im Aufsichtsrat im ersten Wahlgang nicht die notwendige Zwei-Drittel-Stimmenmehrheit für das zu bestellende Mitglied der Geschäftsführung erreicht
Arbeitsausschuss
  • Stellungnahme zu den Beschlussvorlagen der Geschäftsführung 
  • Zustimmung zu bestimmten Rechtsgeschäften, die festgelegte Wertgrenzen und Laufzeiten überschreiten
Personalausschuss
  • Gestaltung der Arbeitsverträge für die Geschäftsführung (mit Ausnahme der Vergütung) 
  • Festlegung und Änderung der Vergütungsregeln im außertariflichen Bereich des Konzerns 
  • Einstellung oder Änderung der Gehaltsstufe bestimmter Angestellter ab einer festgelegten Gehaltsstufe beziehungsweise Vergütungshöhe 
  • Zusagen auf eine betriebliche Altersvorsorgeleistung in Einzelfällen
 

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung der FMG ist in der Regel fünf Jahre im Amt; eine erneute Bestellung oder Amtszeitverlängerung ist zulässig. Sie trägt die Verantwortung für die Unternehmenspolitik und die strategische Ausrichtung des Konzerns. Sie legt die Unternehmensbudgets fest und steuert die Geschäftsentwicklung.

Die Geschäftsführung erhält eine erfolgsunabhängige (Festgehalt) und eine erfolgsabhängige Vergütung mit kurz- und mittelfristiger Anreizsetzung (Tantieme). Die Tantieme ist vor allem an den Konzernjahresüberschuss vor Steuern gebunden.

Frauenquote

Der Anteil der Frauen im Aufsichtsrat beträgt 25,0 %. Bis zum 30. Juni 2017 soll diese Quote beibehalten werden. Im Falle von Neubesetzungen wird der Aufsichtsrat eine angemessene Berücksichtigung von Frauen unterstützen.

Bis zum 30. Juni 2017 sollte der Anteil der Frauen in der Geschäftsführung im Zusammenhang mit der vorgesehenen Bestellung eines weiteren Mitglieds der Geschäftsführung auf ein Drittel erhöht werden. Dies ist durch die Besetzung mit Andrea Gebbeken zum 1. Oktober 2016 umgesetzt worden.

Bis zum 30. Juni 2017 sollte der Anteil weiblicher Führungskräfte in der obersten Führungsebene der Konzernmuttergesellschaft FMG auf 13,0 % und in der zweithöchsten Führungsebene auf 29,0 % erhöht werden.

Geschäftstätigkeit

Die Organisationsstruktur des Konzerns gliedert sich in die Geschäfts-, Service- und Konzernbereiche der FMG. Die kaufmännische Steuerung und das interne Berichtswesen erfolgen über die Geschäftsfelder. Die Geschäftsfelder umfassen die Geschäfts- und Servicebereiche der FMG und die in die Geschäftsfelder eingebundenen Konzerngesellschaften.

Konzernstruktur des Flughafen München

Grafik: Konzernstruktur des Flughafen München

 

 

1) Die MediCare Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH ist mit 18,2% an der Radiologisches Diagnostikzentrum München Airport GmbH beteiligt.
2) Die AeroGround Flughafen München GmbH ist mit 100% an der AeroGround Berlin GmbH beteiligt. Die AeroGround Berlin GmbH ist wiederum zu 100% an der HSD Flughafen GmbH beteiligt. (Stand 31. Dezember 2016)

Im Geschäftsjahr 2016 wurden das Beteiligungsmanagement und das Konzerncontrolling zu einem Konzernbereich zusammengefasst.

Insgesamt gehören dem Konzern elf vollkonsolidierte Unternehmen, ein assoziiertes Unternehmen und fünf nicht-konsolidierte Unternehmen an. Diese werden durch das Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement entsprechend der jeweils zugeordneten Geschäftsbereichsstrategie gelenkt.

Mit Wirkung zum 18. Januar 2016 hat die AeroGround Berlin GmbH (AeroGround Berlin) die Acciona Airport Services, Berlin GmbH (Acciona) und die HSD Flughafen GmbH (HSD) erworben. Die Acciona hält eine Abfertigungslizenz für den Flughafen Berlin-Tegel. Diese Gesellschaft wurde rückwirkend zum 1. Januar 2016 auf die AeroGround Berlin verschmolzen.

Mit dem Erwerb der Immobilie München Airport Center (MAC-Gebäude) durch die FMG wurde der Leasingvertrag zwischen der MAC Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG i.L. (MAC KG) und der München Airport Center Betriebsgesellschaft MAC mbH i.L. (MAC GmbH) zum 31. Oktober 2016 beendet. Darüber hinaus endete der zwischen der FMG und der MAC GmbH geschlossene Geschäftsbesorgungsvertrag zur Verwaltung und Vermietung der Büro- und Gewerbeflächen des MAC-Gebäudes. Die in dem Leasing- und Geschäftsbesorgungsvertrag getroffenen Vereinbarungen über die Durchführung der Geschäftstätigkeit der MAC GmbH waren Grundlage für die Konsolidierung der MAC GmbH. Infolge der Beendigung dieser Verträge wurde die Gesellschaft zeitgleich entkonsolidiert.

Geschäftsfelder

  • Infrastrukturbetrieb an der Auslastungsgrenze
  • Service und Angebotsvielfalt entlang des Passagierwegs
  • Immobilienstandort mit hoher Attraktivität
  • Participations – Full-Service-Provider für die Airlines
  • Services – Energie und Telekommunikation für alle Mieter am Flughafen
  • Internationales Geschäft – Flughafen München als Berater gefragt

Geschäftsfeld Aviation

Das Geschäftsfeld Aviation umfasst den Betrieb der Luftverkehrsinfrastruktur des Flughafens München.

In der gegenwärtigen Ausbaustufe betreibt der Flughafen München zwei Start- und Landebahnen mit einer maximalen Kapazität von 90 Flugbewegungen pro Stunde im Tagesbetrieb. Diese Kapazität ist über weite Strecken des Tages im Prinzip ausgeschöpft. Zwischen 22 und 6 Uhr ist der Flugbetrieb nur in stark eingeschränktem Umfang und nur mit besonders lärmarmem Fluggerät zulässig. Im Linien- und Charterverkehr dürfen nicht mehr als 28 planmäßige Flugbewegungen je Nacht stattfinden. Zusätzlich gibt es Erleichterungen für sogenannte Homebase-Airlines und verspätete Flüge. In der Zeit von 0 bis 5 Uhr sind Nachtluftpost- und Vermessungsflüge der Deutschen Flugsicherung zugelassen. Ausnahmen bilden zum Beispiel Not- und Hilfeleistungsflüge, Landungen aus Flugsicherheitsgründen sowie Flüge in begründeten Ausnahmefällen, die das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr als zuständige Behörde bewilligt.

Zwar bleibt das Bahnensystem der entscheidende Engpass, doch auch die Flughafenterminals müssen kontinuierlich der steigenden Nachfrage angepasst werden. Im Jahr 2016 wurde das Satellitengebäude des Terminals 2 mit einer zusätzlichen Kapazität von rund elf Millionen Passagieren in Betrieb genommen. Ferner wurden die Sicherheitskontrollen in Abflug/Ankunft C ausgebaut und die Planung für einen Umbau des Terminals 1 zur Schaffung von Kapazitäten für zusätzliche sechs Millionen Passagiere auf den Weg gebracht.

Durch seine zentrale Lage in Europa inmitten einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen ist der Flughafen München strategisch bestens positioniert. Die Flughafenregion zeichnet sich nicht nur durch eine überdurchschnittliche wirtschaftliche Entwicklung aus, sondern auch durch ein stetiges Wachstum der Bevölkerung und der Beschäftigten. Auch deshalb ist der Flughafen München der deutsche Flughafen mit dem höchsten Anteil an Geschäftsreisenden – und damit für besonders werthaltige Linienverbindungen prädestiniert. Zugleich führen Bevölkerungswachstum und Wohlstandsmehrung auch zu verstärkter Nachfrage nach Privatreisen ab dem Flughafen München. In den Jahren 2015 und 2016 verbuchte München mehr Originärpassagiere (Passagiere ohne Umsteiger) als Frankfurt und alle anderen Flughäfen im deutschsprachigen Raum.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa AG hat sich der Flughafen München zu einem bedeutenden internationalen Luftverkehrsdrehkreuz entwickelt. Gemeinschaftlich getragene Ausbaumaßnahmen wie das Terminal 2 und das Satellitengebäude sind Fundamente einer nachhaltigen Partnerschaft, die langfristiges Wachstum ermöglicht, den Standorten München und Bayern weltweite Anschlüsse sichert und die stetig wachsende Nachfrage nach Flugreisen mit einem hochwertigen Angebot befriedigt.

Für die Bereitstellung und den Betrieb der Luftverkehrsanlagen werden folgende Entgelte in Rechnung gestellt:

Luftverkehrsentgelte

  Bemessungsgrundlage
Start- und Landeentgelt Höchstabfluggewicht des Luftfahrzeugs (MTOM) bei Start und Landung
Lärmentgelt Festbetrag je Landung in Abhängigkeit von der Lärmklasse
Emissionsentgelt Ausgestoßenes Stickoxidäquivalent je Landung
Passagierentgelt Anzahl der Passagiere beim Start
Frachtentgelt Anzahl der Verkehrseinheiten bei Start/Landung
Abstellentgelt Höchstabfluggewicht (je angefangene 24 Stunden, ab vier Stunden)
Sicherheitsentgelt Anzahl der Passagiere und/oder Verkehrseinheiten beim Start
Entgelt für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität (PRM-Entgelt) Anzahl der Passagiere beim Start
Enteisungsentgelt Anzahl der Passagiere und/oder Verkehrseinheiten beim Start
Entsorgungsentgelt Anzahl der Passagiere beim Start
 

Im Geschäftsjahr 2014 hat der Flughafen München eine Entgeltrahmenvereinbarung mit einheitlichen Bestimmungen für alle Luftfahrtgesellschaften getroffen, welche die Entwicklung der Luftverkehrsentgelte bis 2020 festlegt und damit die Refinanzierung der Infrastruktur sicherstellt. Durchschnittlich steigen die Entgelte um rund 2 % pro Jahr.

Geschäftsfeld Commercial Activities

Das Geschäftsfeld Commercial Activities ist für die Vermarktung der kommerziell nutzbaren Flächen des gesamten Flughafens München verantwortlich. Dies umfasst sowohl die strategische Planung des Branchenmix in Bezug auf Einzelhandels-, Service- und Gastronomieflächen als auch die Vermietung und Vergabe von Konzessionen an Dritte und Konzerngesellschaften.

Der Flughafen München verfügt über 19.625 Quadratmeter gastronomische Flächen und 24.595 Quadratmeter Einzelhandels- und Serviceflächen. Auf rund 65 % der Gesamtfläche betreiben Tochtergesellschaften der FMG eigene Einzelhandels- oder Gastronomiebetriebe.

Auch das 5-Sterne-Hotel im Zentralbereich des Flughafens zählt zum Verantwortungsbereich von Commercial Activities. Es verfügt derzeit über 389 Zimmer und zehn Tagungsräume. Nach Fertigstellung eines Anbaus wird das Hotel ab dem Frühjahr 2017 über 551 Zimmer und 30 Tagungsräume verfügen.

Das Geschäftsfeld entwickelt und vermarktet auch nachfrageorientierte Parkraumkapazitäten. Derzeit stehen rund 36.000 Stellplätze zur Verfügung, davon rund 23.000 in Parkhäusern und -garagen sowie rund 13.000 auf befestigten und unbefestigten Parkplätzen.

Commercial Activities vermarktet ebenfalls die Werbeträger und Werbeflächen des Flughafens. Aufmerksamkeitsstarke Werbeflächen mit wenig Streuverlust und individuellen Inszenierungsmöglichkeiten kennzeichnen das Angebot als Nischenbereich der sogenannten Out-of-Home-Werbung am Flughafen München.

Nicht zuletzt zählt auch das Eventgeschäft zum Leistungsportfolio des Geschäftsfelds.

Geschäftsfeld Real Estate

Das Geschäftsfeld Real Estate entwickelt, betreibt und vermarktet alle Immobilien und Grundstücke des Flughafens München. Der Immobilienstandort ist in lagespezifische Areale aufgeteilt, die unter dem Begriff AirSite vermarktet werden.

Als attraktiver Immobilienstandort hat der Flughafen München viel zu bieten: ein attraktives Umfeld, eine gute Straßenverkehrsanbindung, sehr gute Parkmöglichkeiten und ein umfassendes Angebot an Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs. Die bestehende Schienenverkehrsanbindung wird sich durch die Ergänzung mit der Neufahrner Kurve deutlich verbessern.

Entsprechend den hohen Ansprüchen an das Gesamtareal wird aktuell ein städtebauliches Konzept mit einer hohen urbanen Ausstrahlung und Identität entwickelt, das die Grundlage für sehr gute Aufenthaltsqualität und erfolgreiches Business darstellt.

Geschäftsfeld Participations, Services & External Business

Participations

Die übrigen Gesellschaften des Konzerns runden das Geschäft des Flughafens ab. Die wesentlichen Tochtergesellschaften sind:

Wesentliche Tochtergesellschaften

   
AeroGround Die Gesellschaften erbringen land- und luftseitige Abfertigungsleistungen für Airline-Kunden (darunter Bodenverkehrsdienste, Frachtabfertigung und Fluggastbetreuung) an den Standorten München sowie Berlin.
aerogate Die Hauptleistungen der aerogate sind Passagierhandling, Operation Services mit Ramp Supervision, Ticketing sowie Lost & Found und Arrival Services. Zum Angebot zählen auch der Gepäckzustelldienst und Leistungen im Bereich der allgemeinen Luftfahrt.
Cargogate Als reglementierter Beauftragter verrichtet die Gesellschaft Leistungen in Bezug auf den Umschlag von Luftfracht und die Abwicklung der damit verbundenen Zollformalitäten. Auf circa 20.000 Quadratmetern Hallenfläche erbringt das Unternehmen die Verbauung und die Lagerung der Luftfracht sowie deren dokumentarische Abfertigung. Darüber hinaus bietet Cargogate die Abfertigung aller gängigen Sondergüter wie Gefahr-, Kühl- und Wertgüter an.
 

Services

Neben den Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften sind auch die Servicebereiche des Flughafens München am Außenumsatz beteiligt. Den bedeutendsten Beitrag leisten die folgenden Servicebereiche:

Bedeutende Servicebereiche

   
Technik Der Servicebereich ist für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Flughafeninfrastruktur verantwortlich. Dazu zählen unter anderem die Energie- und Wärme-/Kälteversorgung, die Instandhaltung von Gebäuden und flughafenspezifischen Anlagen sowie das Fahrzeugmanagement für Serienfahrzeuge und Abfertigungsgeräte. Zudem ist dieser Bereich im Rahmen seines Energiemanagements maßgeblich an der Umsetzung der CO2-Strategie des Flughafens München beteiligt.
IT Die IT des Flughafens München stellt allen Mietern des Flughafens Telekommunikations- und Netzwerkdienste bereit.

Internationales Geschäft

Auch außerhalb des Campus ist der Flughafen München im In- und Ausland geschäftlich aktiv. Expertenteams beraten weltweit bei der Inbetriebnahme und dem laufenden Betrieb von Flughäfen. Das internationale Geschäft befindet sich im Aufbau.

Darüber hinaus bewerben sich einzelne Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften bei Ausschreibungen anderer Flughafenbetreiber im In- und Ausland. Mit dem Erwerb der Acciona und der HSD hat der Flughafen München im Geschäftsjahr 2016 einen wichtigen Schritt zur Expansion außerhalb des Stammsitzes in München getan.

Aus den Aktivitäten im Geschäftsfeld Participations, Services & External Business resultieren insgesamt weniger als 5 % vom Außenumsatz des Konzerns. Die wirtschaftliche Entwicklung dieses Geschäftsfelds wird daher nicht ausführlich erläutert.

Steuerungssystem und Wertemanagement

Kennzahlensystem sichert nachhaltiges Wirtschaften

Der Flughafen München misst die Leistung seiner Führungskräfte mithilfe finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen. Im Fokus stehen Kennzahlen zur unternehmerischen Nachhaltigkeit und zur Qualität. Entsprechend deckt das Ergebnis vor Steuern (EBT) die ökonomische, die CO2-Einsparungen die ökologische und der Mitarbeiterbindungsindex die soziale Perspektive des klassischen Nachhaltigkeitsmanagements ab. Mit dem Airport Service Quality (ASQ) Overall Index wird die Erreichung der Qualitätsziele des Flughafens bestimmt. Um die Relevanz der Leistungsindikatoren für Stakeholder zu ermitteln und regelmäßig zu bestätigen, befragt die Flughafen München GmbH interne und externe Anspruchsgruppen.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

Seit dem Geschäftsjahr 2016 werden die Ergebnisziele der Führungskräfte auf Basis des Ergebnisses vor Steuern (EBT) formuliert.

Das EBT ist die Ausgangsgröße zur Bestimmung der Ertragskraft. Es handelt sich um das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, ermittelt unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards in ihrer durch die Europäische Kommission in europäisches Recht übernommenen Fassung.

CO2-Einsparungen

Für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, Ressourcenschonung, Energieeinsatz und -effizienz stehen die CO2-Einsparungen. Der Flughafen München hat sich das Ziel gesetzt, bezogen auf das Basisjahr 2015 CO2-neutral zu wachsen. Dabei gehen neben den durch Energieerzeugung und -verbrauch vom Flughafen München selbst verursachten Emissionen (Scope 1) und den Emissionen aus der zugekauften Energie (Scope 2) auch die Emissionen aus dem Energiebedarf von Gebäuden, Anlagen und Fahrzeugen von unabhängigen dritten Unternehmen am Flughafen (Scope 3a) in die Betrachtung ein.

Airport Service Quality (ASQ) Overall Index

Der ASQ Overall Index ist die weltweit anerkannte Benchmark-Größe zur Bestimmung der Qualität des Produkt- und Serviceangebots an Flughäfen. Der Wert wird nicht von den Flughäfen selbst ermittelt, sondern vom führenden internationalen Dachverband der Flughafenbetreiber – dem Airports Council International (ACI). Der Verband lässt an insgesamt über 280 Flughäfen in mehr als 50 Ländern über das ganze Jahr hinweg Zufriedenheitsumfragen unter Passagieren durchführen. Am Jahresende ergibt sich für jeden teilnehmenden Flughafen ein Gesamtwert, der sogenannte ASQ Overall Index.

Mitarbeiterbindungsindex

Zur Bestimmung der Mitarbeiterzufriedenheit befragt der Flughafen München alle drei Jahre alle Mitarbeiter des Konzerns. Als Mitarbeiterbindungsindex wird der prozentuale Anteil der Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft bezeichnet, der in der Mitarbeiterbefragung angibt, an das Unternehmen gebunden zu sein. Die letzte Befragung fand im Jahr 2013 statt.

Der Gesamtprozess der Mitarbeiterbefragung ist auf drei Jahre ausgelegt. Im ersten Jahr wird die Mitarbeiterbefragung vorbereitet und durchgeführt, und die Ergebnisse werden kommuniziert. Im zweiten Jahr werden die Ergebnisse ausgewertet und Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet. Das dritte Jahr gibt dem Unternehmen den zeitlichen Raum, die abgeleiteten Maßnahmen umzusetzen und zu etablieren.

Innovations- und Ideenmanagement GRI 102-43

Als Dienstleister betreibt der Flughafen München keine Forschung und Entwicklung im klassischen Sinn. Jedoch soll durch Innovations- und Ideenmanagement die Qualität der Produkte und Services des Flughafens weiterentwickelt werden.

Dazu nutzt der Flughafen verstärkt das Potenzial der eigenen Mitarbeiter. Seit Start des neuen Open-Innovation- und Ideenmanagement-Systems »InnovationPilot« im April 2016 wurden im betrieblichen Vorschlagswesen 862 Ideen eingereicht und davon bereits 40 implementiert. 37 Ideen waren zum Jahresende noch in der Umsetzung. Der Fokus liegt dabei verstärkt auf Ideen mit wirtschaftlichem Nutzen. Zusätzlich wurden in internen Open-Innovation-Kampagnen, also Kampagnen im Auftrag eines Bereichs, 43 Ideen eingereicht, diskutiert und weiterentwickelt.

Mit der Einführung einer externen Crowdsourcing-Plattform im Jahr 2016 greift der Flughafen München auch Ideen von Endkunden und Passagieren auf. Über diese Plattform wurden im vergangenen Geschäftsjahr bereits 156 Ideen generiert, diskutiert und bewertet. Die besten Ideen sollen 2017 umgesetzt werden.

Das Innovationsmanagement des Flughafens München zielt in erster Linie auf die Einführung neuer Produkte und Prozesse zur Steigerung der Kundenzufriedenheit, des Kundenerlebnisses sowie des Umsatzes ab. In Pilotprojekten wird die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Innovationen überprüft und anschließend über die Fortführung und Umsetzung entschieden. Dabei setzt der Flughafen München nicht nur auf die Kompetenz innerhalb des Konzerns, sondern vermehrt auch auf Start-ups und etablierte Firmen in der Region.