Wertschöpfung

Ökonomischer Nutzen

Die ökonomischen Auswirkungen des Flughafens München auf sein Umfeld sind vielschichtig. Grundsätzlich wird zwischen Effekten unterschieden, die unmittelbar aus dem Betrieb des Flughafens resultieren, und solchen, die durch seine Nutzung entstehen.

Wertschöpfungseffekte durch den Betrieb des Flughafens

Die Wertschöpfungseffekte, die der Betrieb des Airports erzeugt, unterteilen sich in direkte, indirekte und induzierte Effekte. Im Jahr 2012 generierten alle Unternehmen, die auf dem Flughafen-Campus angesiedelt waren, eine direkte Wertschöpfung in Höhe von 2,48 Milliarden Euro. Jeder hundertste Euro, der in Bayern erwirtschaftet wird, ist auf den Flughafen München zurückzuführen.

Effekte durch die Nutzung des Luftverkehrs

Effekte, die sich aus der Nutzung des Flughafens München ergeben, werden als Standorteffekte bezeichnet. Zu diesen zählen positive ökonomische Auswirkungen, wie etwa die Steigerung der Produktivität und Investitionen sowie ein hohes Beschäftigungs- und Innovationsniveau. Denn die Nähe zum Flughafen ist ein wichtiges Kriterium für die Ansiedlung von Firmen, insbesondere von international tätigen Unternehmen. Der Flughafen bietet außerdem beachtliche Vorteile für die Tourismusbranche.

Wie viel Wohlstand der Airport schafft

Effekte Kurzbeschreibung
Direkte Effekte Sämtliche Wertschöpfung durch die wirtschaftlichen Aktivitäten am Flughafen München. Aus der direkten Wertschöpfung werden Löhne und Gehälter entrichtet.
Indirekte Effekte Die Summe der Wirkungen in einem Untersuchungsraum, welche sich aufgrund von Vorleistungslieferungen aus dem Untersuchungsraum an Unternehmen am Flughafen München ergeben.
Induzierte Effekte Wirtschaftliche Aktivitäten mit Wertschöpfungswirkung im Untersuchungsraum, welche sich aufgrund des Konsums aus Einkommenszahlungen am Flughafen München ergeben.
 

Standorteffekte

1) IHK-Studie 2015

Zentrale Beschaffung von Leistungen 2)

Konzernweites Warengruppenmanagement

Der Flughafen München hat keine klassische Lieferkette, sondern beschafft eine Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen, die für den Betrieb eines internationalen Drehkreuzflughafens nötig sind. Das Warenspektrum entspricht dem Bedarf einer Kleinstadt: Die 139 Warengruppen reichen von Bürobedarf über Straßenbau bis hin zu Fahrzeugen und Gebäuden. 2016 betrug das Gesamtauftragsvolumen des Flughafen München Konzerns rund 740 Millionen Euro. Alle Beschaffungen der Fachbereiche und der Tochtergesellschaften laufen über das zentrale konzernweite Warengruppenmanagement der Beschaffungsabteilung. Eine Ausnahme bilden die Warengruppen Handelswaren, Food & Beverage sowie medizinische Artikel, die direkt von den Tochterunternehmen eurotrade, Allresto und MediCare eingekauft werden.

Rechtliche Vorgaben bei der Beschaffung

Der Flughafen München Konzern ist als Sektorenauftraggeber im Bereich »Häfen und Flughäfen« tätig. Daher richtet sich die Beschaffung, insbesondere bei Überschreitung bestimmter Schwellenwerte, grundsätzlich nach dem Kartellvergaberecht. Bei öffentlichen Aufträgen – hierzu zählen Bau- und Lieferaufträge sowie gewerbliche und freiberufliche Dienstleistungen – erfolgt eine europaweite Ausschreibung nach verbindlichen vergaberechtlichen Vorgaben. Aufträge, die nicht unter das Kartellvergaberecht fallen, werden in der Regel nach einem formalisierten konzerneigenen Verfahren ausgeschrieben.

Lieferantenstruktur

Rund 4.600 Lieferanten sind für den Flughafen München Konzern tätig. Die Lieferantenstruktur ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. 92 Prozent der Unternehmen, die den Flughafen München beliefern, haben ihren Sitz in Deutschland. Von diesen kommen wiederum 52 Prozent aus Bayern und 32 Prozent aus München und dem Flughafenumland.

Lieferantenmanagement

Die Flughafen München GmbH beurteilte 2016 etwa 150 Rahmenvertragspartner nach folgenden Kriterien: Qualität des Produkts oder der Dienstleistung, Liefertreue, Service- und Preisentwicklung, aber auch Zertifizierung der Unternehmen nach Qualitäts- und Umweltstandards. Lagen schwache Ergebnisse vor, erhielten die Anbieter bei Lieferantenaudits die Chance, Mängel zu beheben.

Die Warengruppenstruktur der Flughafen München GmbH

  • Büro- und sonstige Gemeinkosten
  • Hilfs- und Betriebsstoffe
  • IT
  • Marketing
  • Allgemeine Dienstleistungen
  • Instandhaltung/Instandsetzung
  • Fahrzeuge, Anlagen und Maschinen
  • Halb-, Werkzeuge
  • Elektro-, Automatisierungs- und Prozessleittechnik
  • Energie
  • Bau und Planung
Foto: Fahnen im Wind

Nachhaltige Aspekte

Bieter müssen bei der Angebotsabgabe die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bestätigen, um Gründe auszuschließen, die gegen eine Teilnahme am Kartellvergabe- oder Ausschreibungsverfahren sprechen. Zudem müssen die Bieter verschiedene Nachweise über die Einhaltung von Qualitätssicherungs- und Umweltmanagementnormen erbringen. Bei Straßenfahrzeugen müssen beispielsweise explizit Energieverbrauch und Umweltauswirkungen beachtet werden. Oberstes Ziel bei einer Beauftragung ist es, Vereinbarungen zu treffen, die ökologische, soziale und ökonomische Aspekte erfüllen. (Rechtliche Grundlage: § 21 SektVO, § 7 SektVO)

Der Flughafen München Konzern vergibt Aufträge nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und legt besonderen Wert auf den Einsatz von langlebigen und verbrauchsarmen Materialien und Produkten. Bei Investitionsgütern werden bei Bedarf Folgekosten für Wartung und Instandhaltung (Life Cycle Costs) berücksichtigt. Die zentrale Beschaffung vermeidet Doppelbeauftragungen und erzielt Einsparungen durch Mengeneffekte.

Der Konzern wird hauptsächlich von Geschäftspartnern aus der Region beliefert, was Transportwege verkürzt und CO2-Emissionen reduziert. Beispielsweise bezieht die Allresto jährlich Lebensmittel für knapp 20 Millionen Euro – fast alle stammen aus Bayern, gut die Hälfte aus dem direkten Flughafenumland.

2) Zahlen beziehen sich auf Gesamtauftragsvolumen des Flughafen München Konzerns 2016.